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Preußen sah allmählich ein, daß es durch die Unterdrückung des katholischen Ordenslebens nicht glücklicher geworden, und der Kulturkampf ein verfehltes Unternehmen war, wodurch das Land große Nachteile erlitt, während die sturmbewegte Kirche, einer Eiche gleich, nur tiefer ihre Wurzel in die Herzen des katholischen Volkes einsenkte. Nach und nach glätteten sich die Wogen ein wenig, und als Beginn des kirchenpolitischen Friedens konnte man die Gesetze vom 21. Mai 1886 und vom 29. April 1887 betrachten. Letzteres war eine Abän-derung des Gesetzes vom 31. Mai 1975, insofern fortan die in der Aushilfe der Seelsorge oder mit der Übung der christlichen Nächstenliebe beschäftigten, sowie die rein beschaulichen Orden in Preußen wieder zugelassen werden konnten.

Nunmehr durfte man mit mehr Hoffnung auf Erfolg als im Jahre 1883 es wagen, neue Verhandlungen zwecks der Wiederbesetzung Mariawalds anzuknüpfen. Abt Andreas von Ölenberg setze sich mit dem Erzbischof von Köln, Se. Exzellenz Dr. Philippus Krementz, in Verbindung, der gerne seine Einwilligung zur Wiedererrichtung des Klosters gab. Lange Verhandlungen wurden nun zwischen dem Orden und der Regierung gepflogen, bis endlich durch Erlaß vom 27. August 1887 der Minister die gewünschte Genehmigung erteilte. Am 4. Oktober desselben Jahres genehmigte das Generalkapitel des Ordens die Wiedererrichtung des Klosters auf dem Kermeter, und am 8. Oktober ernannte Abt Andreas den P. Franziskus Strunk zum Prior von Mariawald. Der Tag des Auszuges aus Ölenberg wurde auf dem 17. Oktober festgesetzt. An diesem Tage erneuerte sich wieder einmal jene rührende Abschiedsfeier, die aus den ersten Tagen des Ordens sich bis in unsere Zeit erhalten hat. Über die Scheidenden wurde der Reisesegen gesprochen. Dann erteilte Abt Andreas vom Hochaltare aus den äbtlichen Segen, und unter Psalmengesang begleiteten die Religiosen die Scheidenden bis zur Klosterpforte, wo der Abt alle umarmte. Der Einzug in Mariawald erfolgte in aller Stille am 18. Oktober. Dieser Tag wird seitdem alljährlich als Danksagungsfest durch besonders feierlichen Gottesdienst und Anbetung vor dem ausgesetzten hochwürdigsten Gute während des Tages und der darauf folgenden Nacht begangen.

Die Bewohner von Heimbach hatten zwar den aus der Verbannung Zurückkehrenden einen feierlichen Empfang bereiten wollen, doch hatten die Ordensoberen gebeten, davon Abstand zu nehmen. Da die Konversbrüder, Br. Eligius, Br. Zosimus, Br. Paulus und Br. Franziskus, die während der Verwaltung in Mariawald zurückgeblieben waren, eifrig auf die Erhaltung der Gebäulichkeiten bedacht gewesen waren, konnte das regulare Leben sofort beginnen.
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Prior P. Franziskus Strunk, nachmaliger Abt von Oelenberg
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Der Prior P. Franziskus Strunk, stellte sich und seine Gemeinde unter den besonderen Schutz des heiligsten Herzen Jesu. Der Segen Gottes ruhte sichtlich auf der kleinen Klostergemeinde, die bald durch neue Mitglieder verstärkt wurde und in weniger als zwei Jahren von zwölf auf vierzig Personen wuchs. P. Franziskus hatte die Hoffnung, die sein Abt auf ihn gesetzt hatte, voll und ganz erfüllt, und als dieser im Jahre 1889 mit Rücksicht auf sein hohes Alter sein Amt niederlegte, fiel die Wahl der Stimmberechtigten der Abtei Ölenberg auf P. Franziskus, den Prior von Mariawald. Nur nach längerem Widerstreben nahm er die Wahl an. Am 28. Oktober empfing er die Abtsweihe im hohen Dom zu Köln.

Abt Franziskus war zu Gelsenkirchen am 19. März 1844 geboren. Nach Absolvierung seiner Studien in Paderborn, Innsbruck und Mainz trat er im Jahre 1866 in den Kapuzinerorden ein. Während des Kulturkampfes nach Amerika gesandt, verwaltete er dort zu aller Zufriedenheit längere Jahre das Amt eines Guardians, bis er 1882 seinen lang gehegten Wunsch, sich dem beschaulichen Leben zu widmen, verwirklichte und in die Trappistenabtei Ölenberg eintrat. Sein segensreiches Wirken eingehend zu schildern, würde über den engen Rahmen dieser Ausführungen hinausgehen. Für das geistliche und materielle Wohl des ihm anvertrauten Klosters väterlich besorgt, suchte Abt Franziskus dasselbe in jeder Hinsicht nach innen und nach außen zu fördern. Mehrmals wurde er vom Generalkapitel mit wichtigen Sendungen beauftragt. Im Anfang des Jahres 1912 legte er den Hirtenstab nieder und zog sich in das ihm so teure Mariawald zurück, wo das gute Beispiel des greisen Abtes allen zur Erbauung gereichte. Am 21. September 1917 feierte es das 50 jährige Jubiläum seiner heiligen Ordensprofeß und am 14. April 1918 sein goldenes Priesterjubiläum. Sanft und gottergeben starb er am 8. April 1922 eines erbaulichen Todes.

Nach Erwählung des Priors P. Franziskus zum Abte von Ölenberg wurde der bisherige P. Subprior, P. Stephanus, vorläufig mit der Leitung des Klosters auf dem Kermeter betraut. Am 30. Juni 1891 wurde P. Hubertus Juchem zum Prior ernannt und in sein Amt eingeführt. Er war geboren zu Burtscheid am 14. August 1827 und am 4. September 1853 zum Priester geweiht worden. Nach seiner Priesterweihe wirkte er zuerst als Vikar und Lehrer in Viersen. Von 1865 an war er Vikar in Steele und vom Juni 1870 Pfarrer in Bouderath. Am 10. September 1887 trat er in das Noviziat zu Ölenberg ein. Unter seinem Priorate erfolgte am 14. September 1891 die feierliche Weihe der aus den Ruinen wieder erstandenen Klosterkirche. Wie bei der ersten Kirchweihe auf dem Kermeter im Jahre 1511, so gab auch diesmal das katholische Volk der Gegend einen glänzenden Beweis seiner Liebe zu den Ordensleuten. Dieser 14. September gestaltete sich zu einem wahren Festtag für Kloster und Volk. Es war ein herrlicher Sonntag Nachmittag, als Böllerschüsse, deren Echo mit starkem Widerhall an den umliegenden Talhöhen sich brach, die Ankunft Sr. Exzellenz des Hochwürdigsten Herrn Philippus Krementz, Erzbischofs von Köln, verkündigten. Aus der festlichen Begrüßung, die dem Oberhirten vom P. Prior und der frohbewegten Klostergemeinde bereitet wurde, sei hier nur das Chronikon angeführt, das über dem Eingang zur Kirche prangte, weil es den Namen Mariawald und die Bestimmung seines Gotteshauses so trefflich umschreibt: „AeDes Marlae sILVa eX noVo restItVta atqVe ConseCrata repeLLat Infernos hostIs agressVs“ d. h.:

„Erhabenes Haus Maria im Wald,
Hochfestlich geweiht in neue Gestalt,
Vertreibe des höllischen Feindes Gewalt!“

Am folgenden Morgen regte sich zu Mariawald und in der Umgegend ein buntes Leben. Von nah und fern eilten die Gäste die steile Höhe hinan. Gegen sieben Uhr morgens begann die feierliche Konsekration des neu erstandenen Gotteshauses und des Hochaltares. Mehr als dreißig Geistliche aus allen Teilen der Erzdiözese nahmen an der Feier teil. Nach der Kirchweihe hielt der ehemalige Prior von Mariawald, Abt Franziskus Strunk von Ölenberg, die Festpredigt. Es waren tief ergreifende Worte, die der gewandte Kanzelredner an die Gläubigen richtete. Nach der Predigt erteilte er den päpstlichen Segen. Das feierliche Pontifikalamt bildete den Schluß dieser erhebenden Feier. In dankbarer Liebe hatten die Bewohner Heimbachs das Gnadenbild auf einer schön geschmückten Tragebahre in feierlicher Prozession heraufgetragen, damit es während des Pontifikalamtes noch einmal seinen alten Ehrensitz einnähme. Es war ein neuer Beweis, daß ein inniges Band der Freundschaft Mariawald mit Heimbach verknüpft.

P. Hubertus waltete nicht lange seines Amtes als Prior von Mariawald. Kurze Zeit nach der Konsekration der Kirche nötigte ihn ein anhaltendes Unwohlsein, die Enthebung von seinem Amte nachzusuchen. An seine Stelle wurde der bisherige Novizenmeister P. Johannes Baptist Dethier zum Prior ernannt. Geboren zu Lindlar am 31. Juli 1838, trat er am 2. Oktober 1862 in das Noviziat unseres Ordens ein. Am 24. Juni 1864 legte er seine einfachen und am 2. Juni 1868 seine feierlichen Gelübde ab. Am 10. August 1880 empfing er die hl. Priesterweihe.

Als eine seiner ersten Aufgaben betrachtete der neue Prior die Erbauung eines weiteren Klosterflügels, der ausschließlich den Gästen und Besuchern dienen sollte. Ein Hindernis für diesen Neubau war jedoch der bisherige Friedhof, der daher im Juni 1892 mit Genehmigung der kirchlichen und weltlichen Behörden in einen Teil des Klostergartens verlegt wurde. Gegen Ende des Monates Juni des Jahres 1894 wurde der Bau vollendet und nach feierlicher Einsegnung seiner Bestimmung übergeben. Dadurch war das Kloster in der Lage, die Gastfreundschaft in größerem Maße als bisher zu üben. Die Gastfreundschaft und Mildtätigkeit der Zisterzienser war ja von Beginn des Ordens an sprichwörtlich. Von jeher bis in die Gegenwart haben die Zisterzienserklöster auch die leiblichen Werke der Barmherzigkeit gegen alle Stände und Konfes-sionen liebevoll geübt. Die Ordensregel befiehlt ja die Gäste und besonders die Armen so aufzunehmen, als wenn es Christus selbst wäre. Die Güter, die ein Kloster besitzt, gehören nicht so sehr den Mönchen und dem Orden, als vielmehr den Armen und Notleidenden. Daß die Gastfreundschaft in Mariawald stets geübt wurde, beweisen nicht wenige Urkunden.

Der tatkräftige Prior P. Johannes Baptist nahm auch die Vergrößerung der Werkstätten in Angriff, doch eine Herzlähmung, die Folge eines hartnäckigen Gelenkrheumatismus, machte am 23. April 1899 seinen irdischen Schaffen ein Ende.

P. Heinrich Ahlert, geboren am 5. Februar 1862, wurde vom Abte Franziskus von Ölenberg zum vorläufigen Leiter des Klosters Mariawald ernannt und am 4. September 1899 von der Klostergemeinde zum Prior gewählt. Er bewies eine große Geschäftstüchtigkeit, einen praktischen Blick und einen lobenswerten Eifer in der Handhabung der Klosterdisziplin. Unter seiner Regierung wurden West- und Nordflügel des Kreuzganges neu eingewölbt. In den Jahren 1901/02 baute er das Noviziat; in den folgenden Jahren die Bäckerei und Bierbrauerei. Wahren Schönheitssinn bekundete er dadurch, daß er den Kreuzgang mit bunten Glasfenstern versehen und im Klostergarten die Stationen der sieben Schmerzen Mariä errichten ließ. Über dem Marienbrünnlein wurde eine schöne Lourdes-Grotte errichtet, die im August 1904 eingesegnet wurde. Zahn Jahre lang führte so der Prior P. Heinrich Ahlert seine Klostergemeinde aufwärts und vorwärts.

Doch dürfen wir diesen Abschnitt der Geschichte Mariawalds nicht schließen, ohne eines Ordensmannes zu gedenken, dem eine ehrenwerte Stelle in der Mariawalder Chronik gebührt.

Br. Eligius, geboren am 12. Juni 1824, der als erster Ordensmann im Jahre 1861 das von der Abtei Ölenberg zurückgekaufte Kloster Mariawald bezog, feierte am 19. Oktober 1902 das 50 jährige Jubiläum seiner heiligen Ordensprozeß. Jeder freute sich mit dem Jubelgreis, denn Br. Eligius hat sich um die Wiederherstellung Mariawalds sehr verdient gemacht. Unter den größten Schwierigkeiten hatte er jahrelang still und unverdrossen am Wiederaufbau des Klosters gearbeitet. Sein Jubelfest überlebte er jedoch nicht lange, denn schon am Weihnachtsfeste desselben Jahres rief der Herr über Leben und Tod seinen treuen Diener zu sich in ein besseres Jenseits.
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