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Franz Pfanner - Ein Eiferer für Christi Reich
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Der Diener Gottes Franz Pfanner wurde am 21. September 1825 im Pfarrdorf Langen bei Bregenz geboren. In der heiligen Taufe erhielt er den Namen
Wendelin. Den Studien oblag er in Feldkirch, Innsbruck, Padua und Brixen. Am 28. Juli 1850 empfing er im Dom zu Brixen die heilige Priesterweihe. Dann war er als Seelsorger in Haselstauden (Voralberg) mit großem Eifer tätig, bis ihn sein Bischof als Beichtvater der Barmherzigen Schwestern 1859 nach Agram rief.

1863 trat er in das Trappistenkloster Mariawald ein und erhielt den Namen des hl. Franz v. Assisi. Schon 1867 wurde er zur Neugründung eines Trappistenklosters in Österreich ausgesandt. Zuerst erneuerte er das ruinöse Kloster Tre Fontane in Rom (1867-69). Nach mannhafter Überwindung großer Schwierigkeiten gründete er am 21. Juni 1869 das Trappistenkloster Mariastern in Bosnien. Nach einem ersten Fehlschlag erfolgte am 26. Dezember 1882 die Grundlegung des weltbekannten Trappistenklosters Mariannhill in Natal, Südafrika. Hier stiftete er 1885 die Genossenschaft der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut. Am 26. Dezember 1886 wurde er zum ersten Abt von Mariannhill geweiht. Nach einem opferreichen Leben starb er am 24. Mai 1909 auf seiner letzten Missionsstation Emaus eines heiligmäßigen Todes.

GEBET
um die Seligsprechung des Dieners Gottes
FRANZ PFANNER
Gründer von Mariannhill und Stifter
der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut

Gott, Du hast Deinen Diener Franziskus mit solchem Verlangen nach Vollkommenheit erfüllt, daß er die Welt verließ; / Du hast ihn in vielen Verdemütigungen erprobt / und ihn in allen Schwierigkeiten des Lebens mit unerschütterlichem Gottvertrauen und christlichem Starkmut begnadigt; / Du hast von Jugend auf sein Herz mit dem Verlangen beseelt, / allezeit den Willen Gottes zu erfüllen; / Du hast sein Herz entflammt mit dem Feuereifer eines wahren Missionars, / dem kein Opfer zu groß war, um Seelen zu retten: wir bitten Dich, verherrliche Deinen Diener Franziskus und gewähre auf seine Fürbitte hin uns Hilfe in unseren Anliegen …, vollkommene Ergebung in den göttlichen Willen / und erwecke nach seinem Geiste heilige Priester, opferfreudige Ordensleute und seeleneifrige Missionare. Amen.


Ihr Heiligen Gottes! Erlanget mir die Gnade, welche ich durch das kostbare Blut Jesu Christi begehre, nämlich: Immer den Willen Gottes zu tun, immer mit Gott vereinigt zu sein, nicht anderes zu denken als nur an Gott, alles zu tun wegen Gott, in allem die Ehre Gottes zu suchen, mein Nichts vollständig zu erkennen, den Willen Gottes immer besser zu erkennen und die Geistessammlung zu bewahren.

Abt Franz hat dieses Gebet von seinen Studentenjahren an bis zu seinem seligen Ende täglich gebetet.

Alle, die durch den Diener Gottes Franz Pfanner Hilfe erlangt haben, werden gebeten, diese Gebetserhörungen zu melden an das Generalat der Mariannhiller Missionare, 86751 Mönchsdeggingen (Schwaben).

P. Timotheus Kempf CMM, Vizepostulator
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Von Mariawald nach Mariahill in Afrika

Vor 100 Jahren: Ein Vorarlberger Bauernbub wird der erste
Missionsabt in Südafrika

Am 12. September 1863, acht Tage vor seinem 38. Geburtstag, schreitet ein hagerer, großgewachsener Mann in geistlicher Soutane von Düren aus, wohin ihn aus Köln die Postkutsche gebracht hat, das Rurtal hinauf nach Heimbach, und weiter hinauf zum Trappistenkloster Mariawald im Kermeterforst. Der Mann ist entschlossen, der Welt für immer „ade!“ zu sagen, im bei den Schweigemönchen in der Eifel zu leben. – Doch dann kam alles ganz anders.

Der Wanderer, der sich ins Kloster zurückziehen wollte, war Wendelin Pfanner, geboren 1825 als Bauernbub in Langen bei Bregenz in Vorarlberg, und im Orden den Namen Franz annehmend.

Schon lag ein kräftezehrendes Leben hinter Pfanner, dem Dorfpfarrer in seiner Bergheimat, dem Beichtvater und Gefängnisseelsorger in Kroatien, de, Pilgerführer im Heiligen Land und in Ägypten.

Zwei belgische Trappistenmönche hatten ihm auf dem Balkan, wo die auf Betteltour waren, von ihrer strengen Ordensregel erzählt. Darüber schreibt Pfanner später in seinen Lebenserinnerungen: „Da fuhr es wie ein Blitz durch meine Seele. Ich hörte in mir eine Stimme, die sagte: Das ist für dich!“

Im Kloster Mariawald, in der frischen Eifelluft, fühlt sich Pater Franz, wie er jetzt im Orden heißt, trotz oder gerade wegen der kargen Lebensweise sehr wohl. Er wird sogar bald zum Subprior (Stellvertreter des Oberen) ernannt.

Doch noch einmal bricht in ihm der knorrige Älpler und Bauernbub durch, als er dem Prior ein Widerwort gibt und, ohne Sprecherlaubnis zu haben, in Heimbach beim Beichthören aushilft, sich vom Pfarrer dort zum Nachtessen einladen läßt.
Als einige Zeit später der Abt aus Ölenberg (Elsaß) – die vorgesetzte Instanz – zur Visitation kommt, wird Pater Franz jedoch gerechtfertigt. Der Prior wird abgesetzt.

Doch sind diese Ereignisse im Eifelkloster auch Ausdruck einer gewissen Spaltung der Mönche in „strenge“ und „weniger strenge“ Observanten der Regeln.

Pater Franz läßt sich nach diesen Vorgängen von Bruder Zacharias, später seinem besten Freund, dazu inspirieren, in Österreich ein neues Kloster zu errichten.

Am Tag des Abschieds, am 23. Juli 1867, wechseln Pater Franz und Bruder Zacharias mit den Zurückbleibenden im Kapitelsaal von Mariawald den Bruderkuß. Ihre Suche nach einem geeigneten Platz für ein neues Kloster auf dem Balkan bleibt zunächst erfolglos. – Eine Reise nach Rom wird erforderlich zum General-Prokurator der Trappisten. Erst 1869 gelingt es den aus der Eifel gekommenen Trappisten, das Kloster „Mariastern“ bei Banjaluka (Bad des heiligen Lukas) zu gründen, auf der türkischen Seite des Sare in Bosnien. Schwierige Verhandlungen sind nötig mit dem Pascha dort, der seinerseits über Sarajewo in Stambul (Konstantinopel) eine Genehmigung zum Grunderwerb besorgen muß. (Erst einige Jahre später, 1878, werden Bosnien und Herzegowina von Österreich-Ungarn besetzt.)

Franz Pfanner, Prior von „Mariastern“, schafft in wenigen Jahren mit einer Handvoll Brüdern ein Klosterleben mit Ausstrahlung zu den ärmlich lebenden Bosniaken. 1875 macht Pfanner eine große Betteltour, die ihn bis nach London in die Vorzimmer der Rothschild-Bankiers führt. Er braucht dringend Geld für den Aufbau in Banjaluka.

Zurückgekehrt erlebt der Prior die letzten unruhigen Jahre vor der Besetzung Bosniens durch Österreich-Ungarn. Auch er jubelt 1878 dem Einzug der ungarischen Husaren zu. Die Türken machen im August 1878 noch einmal einen Vorstoß auf Banjaluka. Das Kloster „Mariastern“ gerät in die Schußlinie. Der Prior aus Vorarlberg bewährt sich bei der Befestigung des Klosters gegen Überfälle.

Im kommenden Jahr 1879 dann kommt für Franz Pfanner die eigentliche Stunde der Entscheidung. Beim Generalkapitel in Septons/Frankreich erscheint Bischof Ricards, Apostolischer Vikar von Ost-Kapland in Südafrika. Er möchte Trappisten für die Mission dort. Als sich keiner für diese Aufgabe berufen sieht, sagt der Prior von „Mariastern“: „Wenn niemand gehen will, dann gehe ich“, obwohl er weiß, daß „Mariastern“ bei Banjaluka bald vom Priorat zur Abtei erhoben werden soll.

Mit 30 Getreuen, die er in „Mariastern“ aussucht, fährt Franz Pfanner 1880 um das Kap der guten Hoffnung nach Port Elizsabeth am Indischen Ozean.

Das zuerst zugewiesene Stück Land (Dunbrody) erweist sich als zu schwierig. So entschließt sich Pfanner zwei Jahre später, von Durban in der englischen Provinz Natal aus im Landesinnern einen besseren Platz zu finden. Das gelingt: Weihnachten 1882 wird vom Trappisten-Prior Pater Franz Pfanner das heute weltberühmte Missionszentrum Mariannhill gegründet. (1498 hatte Vasco da Gama, der portugiesische Seefahrer und Entdecker, auf dem Weg nach Indien Durban entdeckt, und, da dies ebenfalls zur Weihnachtszeit geschah, dem Land dort den Namen „Natal“ gegeben, „Weihnachtsland“.)

Hell leuchten heute die Sterne der Missionsstationen von Mariannhill (Mary-Anne-Hill = Maria-Anna-Berg) über Südafrika und Zimbabwe (Rhodesien), dessen Unabhängigkeitskämpfen in den 70er Jahren auch Mariannhiller Missionare zum Opfer fielen.

1885 wird das Kloster Mariannhill zur Abtei erhoben. Franz Pfanner, erster Abt, legt mit seinen Mönchen und mit Hilfe der 1906 vom Papst approbierten Gemeinschaft der „Missionsschwestern vom Kostbaren Blut“ ein dichtes Netz von Missionsstationen über den südlichen Teil Natals und über dessen Grenzen hinaus.

Arg zu schaffen macht ihm dabei der Gegensatz solch intensiver Missionstätigkeit zur Trappistenregel mit ihrem langen Chorgebet, mit absolutem Schweigen und strengem Fasten. Unter seinen Nachfolgern verschärfte sich der Konflikt derart, daß die Leistung des Trappistenordens beschloß, diese ihre inzwischen größte Abtei aus dem Ordensverband zu entlassen. Im Februar 1909 vollzog Papst Pius X. die Trennung, worauf sich Mariannhill schrittweise zur Missionskongregation weiterentwickelte. Nun wurde es möglich, in Europa und Amerika Schulungsstätten zu errichten, um den Nachwuchs in der Heimat auszubilden.

In knapp 25 Jahren schufen Pfanners Mönche die Grundlagen für ein heute blühendes Missionswesen im südlichen Afrika und Gründungen auch in Brasilien, Kanada, Papus-Neuguinea, USA, mit Stützpunkten in Deutschland (Würzburg, Reimlingen bei Nördlingen, Köln (Brandenburger Straße 8), Lindau, Lohr am Main, Ölinghausen bei Arnsberg, Mönchsdeggingen/Bayern) sowie in Holland, Schweiz, Österreich, Spanien, Italien. In einem persönlichen Gespräch mit Cecil Rhodes, dem Gründer Rhodesiens, rang Abt Pfanner ihm ein Farmgebit in Mashona-Land ab, wo 1902 die „Monte-Cassino“-Station entstand.

Die Mönche rodeten und pflanzten in Südafrika, errichteten Werkstätten, eröffneten Schulen für Gartenarbeit und Handwerk. Eine Schwesterngemeinschaft bildete schwarze Mädchen und Frauen aus für den Dienst an Armen, Alten, Kranken und Waisen.

Heute ist Mariannhill selbst eine kleine Stadt in den lieblichen Hügeln von Pinetown oberhalb Durban, mit einer Akademie für afrikanische Führungskräfte, und schon sind die ersten schwarzafrikanischen Bischöfe aus diesem gesegneten Werk hervorgegangen, dem Werk des Bauernbuben aus Vorarlberg.

1893, als 70jähriger, gab Franz Pfanner sein Amt als Abt von Mariannhill ab und gründete seine letzte Außenstation (Emaus) in Südafrika , wohin er sich zurückzog. Als er dort am 24. Mai 1909 starb, hatte Mariannhill schon 28 Außenstationen. Das war mehr als die Hälfte der damals 49 katholischen Stationen zwischen Kap und Sambesi. Sein Grab befindet sich auf dem Klosterfriedhof von Mariannhill.
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Die Namen der 28 Stationen beim Tod des Abtes 1909: Maria Linden, Mariazell, Mariathal, Maristella, Maria-Hilf, Mariawald, Maria Trost, Chartreuse, Citeaux, Clairvaux, La Salette, Lourdes, Nazareth, Kevelaer, Ötting, Telgte, Himmelberg, Absam, Rigi, Einsiedeln, Reichenau, Emaus, Bergheim, Josefsheim, St. Martin, St. Hedwig, Dorfen, Centocor (Tschenstochau).
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Abtei Marianhill, Südafrika