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Die Klostergebäude
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Die Anlage des Klosters entspricht den vom Mutterkloster in Citeaux für Zisterzienserklöster gegebenen Regeln. Die einzelnen Gebäude sind in schlichter, aber edler Form errichtet. Der sich an die Kirche anlehnende quadratische Kreuzgang macht einen ernsten aber anheimelnden und stimmungsvollen Eindruck und beweist, daß auch die Kunst in den Mauern Mariawalds ein freundliches Heim gefunden hatte. Er ist ringsum mit Rippengewölben überdeckt. West- und Nordflügel wurden nach der Aufhebung des Klosters großenteils zerstört und sind nach der Wiederbesetzung neu eingebaut worden. Im Ost- und Südflügel sind die Schlußsteine der Kreuzgewölbe mit den Symbolen der vier Evangelisten, dem Lamme mit der Siegesfahne, mit Rosetten und Sternen verziert.

Im Nord-, Ost- und Südflügel sind fünf, im Westflügel vier zweifaltige mit spätgotischem Maßwerk versehene Fenster mit farbigen Heiligenbildern. Bis zur Aufhebung des Klosters waren es kunstvolle, von den Adeligen der Eifel gestiftete Fenster, die an Wert und Schönheit denen der Kirche nicht nachstanden. Die Namen der edlen Spender, soweit sich noch festgestellt werden konnten, seien hier angeführt: Heinrich von Binsfeld, Abt der Reichsabtei Cornelimünster; Hein-rich Cretzges, dessen Gemahlin Gertrud und Tochter Catharina; Heinrich von Veldbrücken, Prämonstratenser in Hammern (Hamborn), damals Prior on Füssenich; Jakob Haas, Schultheiß in Call; Arnold von Loe und dessen Gemahlin Adelheid; Johann von Schleebusch, Amtmann in Miseloh; Peter von Schleebusch; Rabold der Ältere von Plettenberg und Landskron, Herr zu Dreiborn und dessen Gemahlin Margareta von Einenberg; Rabold der Jüngere von Plettenberg und Landskron, Herr zu Dreiborn und dessen Gemahlin Maria von der Donck; Wilhelm Esser, Schultheiß in Bürvenich; die Herren von Blens; Werner, Herr zu Binsfeld und Weiler, Amtmann zu Nideggen und seine Gemahlin Agnes von Nesselrode.

Im Südflügel befinden sich fünf Türen, von denen drei zur Kirche führen, durch die vierte gelangt man auf einer Wendeltreppe zum oberen Stockwerk, die fünfte führt zu einem Beichtstuhl und zur Empore der Kirche. An der Ostseite liegt die Josephskapelle. Dieser Raum diente ur-sprünglich als Kapitalsaal und wurde am 7. Juli 1714 vom Abte Ferdinand Hartmann von Heisterbach zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria, des heiligen Joseph, der heiligen Theresia, des heiligen Franz Xaver und aller Heiligen konsekriert. Die Kapelle hat ein langes sterngewölbtes Joch mit Hohlkehlrippen und Schlußsteinen, die das Lamm mit der Siegesfahne und die Symbole der vier Evangelisten tragen. Das kleine, von fünf Seiten des Achtecks umschlossene Chor, wo sich ein schön geschnitzter Altar mit den Figuren des heiligen Joseph, der heiligen Theresia und Gertrud befindet, enthält drei einteilige Fenster mit Kleeblattmaßwerk. Von den Schlußsteinen des Chorgewölbes trägt der mittlere einen Engel mit Schriftband, die übrigen fünf tragen Rosetten. Neben der Eingangstür zu dieser Kapelle ist ein kleiner durchbrochener Vorbau aus Stein, der die Form einer Laterne hat und zur Aufnahme des Lichtes bestimmt war, das den Kreuzgang erleuchtete.

Die von der Josephskapelle und dem Kreuzgang zugängliche Sakristei hat zwei Kreuzgewölbe-Joche. Sie wurde 1912/13 nach Osten verlängert. An diese Verlängerung baute man noch eine Kapelle mit drei Altären, die dem hl. Erzengel Michael, den Heiligen Benedikt und Stephan ge-weiht sind.

Die zweite Tür des Ostflügels des Kreuzganges führt in den Kapitelsaal, der fünf sterngewölbte Joche mit Hohlkehlrippen und Schlußsteinen hat, die mit Engelfiguren, Rosetten oder Emble-men verziert sind. Die fünf rundbogigen Fenster waren vor der Säkularisation mit ebenso kunst-vollen Malereien versehen wie die der Kirche und des Kreuzganges. Dieser Saal stammt aus dem Anfang des XVI. Jahrhunderts und diente zeitweise als Speisesaal für die Geistlichen, die die Pilger auf ihrer Wallfahrt nach Mariawald begleiteten. An dem vermauerten Kamin der einen Schmalwand liest man das vom Prior Schweiß angebracht Chronogramm: „Anno InCarnatianIs DomInI nostri iesU ChristI“. (1714). Mit Rücksicht auf diese Jahreszahl können wir den Schluß ziehen, daß der große Kapitelsaal erst im Jahre 1714 seiner eigentlichen Bestimmung übergeben wurde, zumal auch in diesem Jahre der ehemalige kleine Kapitelsaal als Josephskirche konsekriert wurde. Jeden Morgen nach der Prim versammeln sich die Mönche im Kapitelsaal, wo alsdann die Namen der Heiligen, deren Fest am folgenden Tag gefeiert wird und ein Ab-schnitt aus der Regel des heiligen Benedikt vorgelesen werden. In ihm finden gewisse Feierlichkeiten statt wie die Abtswahl, die Einkleidung der Novizen, die Ablegung der zeitweiligen Gelübde usw. Ebendaselbst klagen Mönche und Konversbrüder sich über diejenigen äußeren Fehler an, die sie gegen die heiligen Regel, die Gebräuche des Ordens oder gegen die Befehle des Oberen begangen haben.

Die folgende Tür des Ostflügels des Kreuzganges führt zum Ausgangsflur, der kreuzgewölbt, mit verzierten Schlußsteinen ausgestattet und gleichsam eine Verlängerung des Kapitelsaals ist. Im Jahre 1937 befand sich dort die Schaffnerei. Auf der Außenseite des rechten Flügels der großen eichenen Tür ist in Nägeln die Jahreszahl 1713 angebracht. Diese Tür war früher die Eingangstür zum Kloster. Über derselben ist das Kloster-Wappen angebracht. Es zeigt den rot und gelb geschachteten Schrägbalken der Zisterzienser; in den beiden Seitenfeldern je eine brennende Fackel, die Mariawald als eine Leuchte der Tugend und Religion für seine Umgebung zum Ausdruck bringen sollen. Auf den Stein über der Tür ließ Prior Schweiß nach Vollendung des Ausbaues des Klosters folgende Inschrift einmeißeln:

D. O. M. B. M. V.
ADMODUM R. P. AC D. IOANNIS DE
COLONIA SECUNDI PRIO
RIS & INITIATORIS
HUJUS MONASTERII
POSUERUNT
F. WILH. SCHWEIS & CONVENTuS
Ao ab InCarnatIone DoMInI nostrl IesU ChrIstI.
Inschrift alte Pforte
Die deutsche Übersetzung lautet:

Dem gütigsten und mächtigsten Gott, der allerseligsten Jungfrau Maria, dem heiligen Bernhard und dem Andenken des ehrwürdigen Vaters und Herrn Johannes von Köln, des zweiten Priors und Gründers dieses Klosters setzen diese Inschrift Prior Wilhelm Schweiß und Konvent im Jahre 1713 der Menschwerdung unseres Herrn Jesu Christi.

Die Verlängerung des östlichen Kreuzgangflügels bildet das im März 1901 begonnene und Weihnachten 1902 vollendete Novitiatshaus, wo die Chornovizen unter der Leitung des Novizenmeisters ihre zweijährige Probezeit durchmachen. Am Nordflügel des Kreuzganges, wo früher Fremdenküche und Vorratsraum waren, war seit 1931 ein schöner Bibliotheksaal eingerichtet. Am Westflügel lag der Speisesaal, ein lang gestreckter Raum mit flacher Balkendecke. Schmale Tische waren an den Langwänden und in der Mitte aufgestellt. Einfache Schemel dienten als Sitze. Einfach war auch das Besteck, das aus einer Serviette, einer zweihenkeligen Tasse, einem verzinnten Blechteller, aus hölzernem Löffel und hölzerner Gabel bestand. Auf der einen Schmalseite auf einer Erhöhung der Tisch des Abtes, zu dessen Seiten der Prior und Subprior saßen. Dieser Tisch war ebenso einfach wie die übrigen. Ein Mönch und ein Konversbruder bedienten die Speisenden. Einer der Mönche las von der der Eingangstür gegenüberstehenden Kanzel vor, damit während die Brüder dem Leibe die notwendige Nahrung geben, der Geist nicht leer ausgehe.

Die Verlängerung des Westflügels bildet das 1909 begonnene und 1911 vollendete Haus der Konversbrüder. An dieser Verlängerung liegt die Klosterküche. Neben dem Speisesaal führt eine Tür zu dem in den Jahren 1893/94 erbauten Fremdenhaus. Über dem Kreuzgang befinden sich im ersten Stock: das Abtszimmer, die Krankenzellen, die Krankenkapelle, die Studiensäle und der Schlafsaal der Patres. Wann die die einzelnen Teile aufgeführt worden sind, läßt sich nicht mehr mit Genauigkeit feststellen. Zuerst wurde wohl der sich an die Kirche anlehnende Westflügel gebaut, dann der sich daran anschließende Nordflügel. Ob und inwieweit diese Flügel schon im Jahre 1487, wo Abt Arnold von Altenberg in der Inkorporationsurkunde von den regulären Orten spricht, errichtet waren, kann nicht bestimmt werden. Doch darf man wohl mit Gewißheit annehmen, daß diese beiden Flügel im Jahre 1509 vollendet waren, da der Prior von Bottenbroich in dem Visitationsbericht dieses Jahres den Prior von Mariawald verpflichtet, Sorge zu tragen, daß die Eingänge zum Kloster und Klosterhof wohl verschlossen würden, damit Frauen weder Kloster noch Mönchschor betreten könnten.

Bis 1604 erfahren wir dann nichts mehr über die Klostergebäude. Im Dezember dieses Jahres entstand durch Mutwillen oder Unvorsichtigkeit von durchziehenden Soldaten ein Brand, dem die Pferde- und Kuhställe, sowie die Scheune zum Opfer fielen. In Anbetracht der Armut des Klosters wurden demselben zur Wiederherstellung der abgebrannten Gebäude auf Befehl des Herzogs Johann Wilhelm zehn Eichenstämme Bauholz aus den herzoglichen Waldungen ge-schenkt.


Während der Regierung des Priors Wilhelm Brewer (1667-1682) wurde der Bau des Ostflügels in Angriff genommen und, wie die Totenbücher berichten, wenigstens im Rohbau vollendet, wenngleich die vom Prior Wilhelm Schweiß an der ehemaligen Eingangstür und im Kapitelsaal angebrachten Jahreszahlen 1713 und 1714 anzudeuten scheinen, daß die eigentliche Vollendung erst in diesen Jahren stattfand, es sei denn, daß Prior Schweiß wie in der Kirche, so auch hier Veränderungen habe vornehmen lassen. Mit diesem Flügel war der quadratische Bau, dessen vierte Seite das formvollendete Münster bildete, zum Abschluß gebracht. Prior Wilhelm Schweiß, der ein Freund der Wissenschaft und Baukunst war, hat sich ein bleibendes Denkmal gesetzt nicht nur durch die Vollendung des Klosterbaues, sondern auch durch die Verschönerung der Kirche, deren Inneres er in den Jahren 1714/15 neu herstellen ließ. Dieser kunstbeflissene Prior legte nach Angabe des neueren Totenbuches am 14. Mai 1686 seine Gelübde ab und starb am 2. August 1717 nach einer Aufzeichnung im Bruderschaftsbuch seines Geburtsortes Glehn im Kreise Schleiden. Er war der Sohn des Scheffen Paul Schweiß und dessen Ehefrau Katharina Breuer.

Das Kloster mit seinen Werkstätten, Oekonomiegebäuden und Gärten war von einer Mauer umgeben. Innerhalb dieser Mauer jedoch auch von außen zugänglich, befand sich die sogenannte Laienkapelle für die Arbeiter des Klosters und die Bewohner der Umgegend, die nach einer Bestimmung des Generalkapitels jedes Kloster haben mußte. In dieser Kapelle wurde an den Sonn- und Feiertagen von einem Ordenspriester des Klosters Gottesdienst gehalten. In einem sogenannten Sammelband auf dem Bürgermeisteramt zu Heimbach wird die unseres Klosters im Jahre 1638 erwähnt. Wo sie gestanden hat, ist nicht mehr festzustellen. Wahr-scheinlich befand sie sich in der Nähe des damaligen Eingangstores, das noch erhalten, und ein spätgotischer Bau mit stumpfen dem Rundbogen sich nähernden Spitzbogen ist. Neben dem Bogen sind zwei Nischen, die durch Säulchen verbunden sind. Die Ecken des einfachen, flachen Schutzdaches auf der Tormauer zieren zwei Kugelspitzen; in der Mitte steht ein Kreuz. Im Schlußstein ist die Jahreszahl 1538 eingemeißelt, woraus hervorgeht, daß es während der Regierung des Priors Thomas Heep von Monschau (1531 – 1574) erbaut worden ist.

In unmittelbarer Nähe des Klosters waren auch noch, wie uns P. L. Axer und P. Bremendhal berichten, und aus einem Schreiben des Herzogs Wolfgang Wilhelm vom 13. September 1606 hervorgeht, die Stationen des Leidens Christi und eine Loreto-Kapelle, die nach der Aufhebung des Klosters zerstört wurden.

Vor dem jetzigen Fremdenhaus lag der Friedhof, wo nicht nur die Klosterbewohner, sondern auch nicht wenige Gläubige der Umgegend ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten. Die schöne Kreuzigungsgruppe, die in der Mitte dieses Friedhofes stand, kann nach der Aufhebung des Klosters nach Vlatten, wo sie in der Nähe der Schule aufgestellt eine Zierde des Ortes ist. Im Jahre 1892 wurde ein neuer Friedhof innerhalb der Klostermauern angelegt, wo die noch vor-handenen Gebeine der auf dem ehemaligen Friedhof Beerdigten beigesetzt wurden.

Im Jahre 1906 verschönerte Prior Heinrich Ahlert die Anlagen innerhalb der Klostermauern durch Errichtung der sieben Stationen zu Ehren der sieben Schmerzen Mariens. Sie beginnen an der Lourdes-Grotte, die sich über einer klaren Quelle, dem Marienbrünnlein, erhebt, die die Mönche nach der im Schlußstein der Wölbung angebrachten Jahreszahl im Jahre 1631 mit einer Mauer einfaßten. In früheren Zeiten versäumten die Pilger nie, vor ihrem Abschied von Mariawald einen Trunk aus dieser Quelle zu nehmen.
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Mönche im Kreuzgang
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Lourdes-Grotte im Klostergarten
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