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Die alten Kirchenfenster der Abtei Mariawald
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In den „Aachener Kunstblätter“, herausgegeben vom Museumsverein Aachen, hat die Kölner Kunsthistorikerin Dr. Brigitte Wolff-Wintrich im Band 62 (1998 – 2002) zum ersten Mal zusammenfassend einen großen Teil eines während der Säkularisation aus der Klosterkirche Mariawald entfernten Glasmalereizyklus rekonstruiert. Möglich wurde dies durch die Entdeckung eines bisher in Privatbesitz befindlichen Bestandes von acht großformatigen Scheiben, die zusammen mit den bisher schon mit der Kirche in Verbindung gebrachten Glasmalereien einen guten Überblick über die spätmittelalterlichen Fenster geben. Die Identifizierung der einzelnen Scheiben mit der Klosterkirche wurde durch drei Quellen erleichtert, welche die Stifter der einzelnen Fenster namentlich auflisteten, ohne aber die Bildinhalte zu benennen. Hilfreich war die Darstellung einzelner Wappen und einige wenige Inschriften und Jah-reszahlen auf den Glasgemälden.

Die Komposition des Zyklus ist sehr einheitlich. Fast lebensgroß dargestellte stehende Heilige in Innenräumen vor Brokatvorhängen empfehlen die vor ihnen knienden Stifter. Heilige als Standfiguren mit Wappenabbildungen und großformatige Wappendarstellungen ergänzen die Stifterbilder. Dazu kommen einige biblische Einzelszenen wie eine Weltgerichtsdarstellung oder die Einhornjagd, die man sich auch über den Stifterbildern vorstellen kann. Mit kräftigen Farben gemalt, in ausgefeilter Stupf- und Wischtechnik durchgeführt, präsentieren sich die Glasmalereien als künstlerisch und handwerklich ausgesprochen hochwertige Produkte, die stilistisch den Übergang von der Spätgotik zur Renaissance markieren und das Können der am Arbeitsprozeß beteiligten Glasmaler einer großen, arbeitsteilig arbeitenden Werkstatt im Rheinland zeigen.

Daß diese Werkstatt sich in Köln befunden hat und nicht in Mariawald, ma-chen die Kopien und Übernahmen aus anderen Verglasungen und vor allem aus den Fenstern des Nordseitenschiffes des Kölner Domes deutlich. Wie diese Werkstatt arbeitete, wurde an den wiederverwendeten Kartons deutlich, die in versierter Manier den modischen Bedürfnissen und dem Zeitgeschmack entsprechend abgeändert und angepaßt wurden, so daß die Kopie nicht auf den ersten Blick erkennbar war. Die Fertigung neuer Köpfe im 19. Jahrhundert macht die Ansprüche des 19. Jahrhunderts an perfekt erscheinende Glasgemälde deutlich. Die Herstellung neuer Hintergründe und Rahmungen sind aus dem Bedürfnis nach Homogenität und Einpassung am neuen Ort zu verstehen.

Ein repräsentatives und figurenreiches leuchtendes Glasmalereiensemble ist über drei Länder verstreut worden. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, daß sich weitere zum Zyklus gehörige Scheiben noch unerkannt im Privatbe-sitz befinden und der Entdeckung harren.
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