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Die Wiederbesetzung des Klosters
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Abt Ephrem van der Meulen
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Jahrzehnte waren verflossen, seit das feierliche Chorgebet in Mariawald verstummt war, seit die Gebete und Gesänge der frommen Wallfahrer zur Schmerzensmutter auf dem Kermeter nur noch vereinzelt erklangen. Wohl kamen die Pilger noch nach Mariawald, um an der altehrwürdigen Stätte ein Gebet zu verrichten, denn sie wußten und fühlten es, daß hier der Ort war, wo Maria in besonderer Weise verehrt sein wollte. Doch mit Wehmut mußten sie wahrnehmen, wie die Zerstörung von Jahr zu Jahr fortschritt. Diese Ruinen erzählten ihnen von längst vergangenen Zeiten, von der Not und dem Jammer der Kriegs- und Pestjahre, aber auch von dem Segen, der von hier aus sich über die ganze Gegend verbreitete, von dem Glauben, der Frömmigkeit und dem Opfersinn der Eifelbewohner. Sie erinnerten an Ordensleute, die durch andächtiges Gebet, harte Arbeit und strenges Stillschweigen sich und ihre Mitmenschen zu heiligen trachteten. Mit heiliger Scheu betraten sie diese ehrwürdige Stätte, wo so viele Gottesmänner in strenger Bußübung ihr Leben zugebracht und deren Leiber auf dem stillen Klosterfriedhof des Auferstehungsmorgens harren.

Die Klöster mochten eine Zeitlang verfallen, aber der Klostergeist und die Liebe zu den Klöstern wirkten lebendig im Volke fort. Und Maria, die Schmerzensmutter, konnte das Kloster, das sie erbaut, nicht gänzlich in Schutt und Asche sinken lassen. Mariawald sollte mit verjüngter Lebenskraft erstehen. Dem Abte Ephrem van der Meulen von der Trappistenabtei Ölenberg im Elsaß war es vorbehalten, dieses Werk auszuführen. August van der Meulen wurde am 5. Dezember 1801 auf dem adeligen Gute Rhede bei Bocholt geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums zu Coesfeld widmete er sich dem Studium der Philosophie und Theologie an der damaligen Akademie in Münster und an der Universität in Bonn. Am 6. April 1825 wurde er in Münster zum Priester geweiht. Dann gründete er die Lateinschule in Bocholt, der er von 1825 bis 1834 vorstand. Von 1834 bis 1842 war er Inspektor der Selektenschule in Frankfurt, siedelte dann nach Köln und später nach Aachen über, wo er die Stelle eines Hausgeistlichen am Marien-Spital bekleidete. Im Jahre 1846 trat er in die Trappistenabtei Ölenberg ein, erhielt den Namen P. Ephrem und wurde 1850 zum Abte dieser Abtei gewählt. 1865 wurde er zum Generalvikar des Ordens ernannt und nahm als solcher an dem Vatikanischen Konzil teil. Abt Ephrem zeichnete sich aus durch großen Eifer für die heilige Regel, eine glühende Liebe zu Gott und ein mitleidsvolles Herz gegen Arme und Notleidende. Er starb nach einem tugendhaften und segensreichen Leben im hohen Alter von 83 Jahren am 1. März 1884.

Die Trappisten sind jene Zisterzienser, die die im Jahre 1664 von Armand Jean le Bouthillier de Rancé in dem Zisterzienserkloster La Trappe eingeführte Reform beobachten. Es ist die bedeutungsvollste Reform, die im 17. Jahrhundert im Zisterzienserorden zustande kam. Armand Jean le Bouthillier de Rancé war am 9. Januar 1626 geboren und stammte aus einem alten, vornehmen Geschlechte. Ein Mann von großem Wissen, war er ein berühmter Lehrer der Sorbonne. Leider überließ er sich, wie so manche Kleriker seiner Zeit, in den ersten Jahren seines Priestertums allzusehr den Freuden der Welt, machte großen Aufwand und war ein leidenschaftlicher Jagdliebhaber. In sittlicher Hinsicht war sein Lebenswandel jedoch tadellos. Getroffen von der Gnade, verzichtete er auf seine Privatgüter und Benefizien. Er behielt nur die Abtei La Trappe und begann am 13. Juni 1663 in dem durch seine Strenge bekannten Zisterzienserkloster Perseigne sein Noviziat. Seine Gelübde legte er am 21. Juni 1664 ab und empfing wenige Wochen später die Abtsweihe. Als regulärer Abt zog er am 14. Juli desselben Jahres in La Trappe ein, dessen Kommendatar-Abt er seit seinem elften Lebensjahre war. Mit der ihm eigenen unwiderstehlichen Entschlossenheit führte er die Reform dieses Klosters durch.

Die außerordentliche Strenge, die den alten Geist der Ordensväter von Citeaux wieder aus den Gräbern rief, schreckte derart ab, daß zu Lebzeiten de Rancé’s nur zwei Klöster seine Reform annahmen. Die treibende Kraft dieser Reform war das Verlangen, die Regel des heiligen Benedikt nach dem Buchstaben zu beobachten. Darum betrachteten diese Mönche die feierliche Abhaltung des Stundengebetes und die Handarbeit als ihre erste Aufgabe und führten ein weltabgeschiedenes, beschauliches Leben ohne jede äußere Tätigkeit. Diese Reform wurde am 23. Mai 1678 von Papst Innozenz XI. und am 19. September 1705 von Papst Clemens XI. bestätigt. Kaum hatte dieselbe jedoch feste Wur-zel gefaßt, als die Anhänger derselben infolge der Wirren des 17. und 18. Jahr-hunderts bald hier, bald dort eine Zufluchtsstätte suchen mußten, bis es endlich, trotz aller Stürme gelang, einige Ansiedlungen von Dauer zu gründen. Leider teilten sich später die Klöster in mehrere Kongregationen. Aber 1878 und besonders 1891 gelegentlich der achten Jahrhundertfeier des Geburtstages des heiligen Bernhard wurde die Verwirklichung des schon lange gehegten Wunsches, wieder eine einzige Familie zu bilden, beschlossen.

Mittels päpstlichen Dekretes fand am 1. Oktober 1892 in Rom ein Generalkapitel der drei Kongregationen unter dem Vorsitz des Kardinals Mazzella statt. Die Einigung kam zustande, und die „Kongregationen der Trappisten“ bilden fortan den Orden der „Reformierten Zisterzienser“ oder Zisterzienser von der Strengen Observanz". Im Jahre 1898 kaufte der Orden der Zisterzienser von der Strengen Observanz das Kloster Citeaux, das Mutterkloster des Zisterzienserordens, zurück.

Das um die Mitte des 11. Jahrhunderts gegründete Augustinerkloster Ölenberg, das im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen Ordensfamilien bewohnt und infolge der französischen Revolution aufgehoben worden war, kaufte im Jahre 1825 der Prior des Trappistenklosters Darfeld in Westfalen.

Abt Ephrem van der Meulen ging schon lange mit dem Gedanken um, ein Trappistenkloster in Deutschland zu gründen. Von befreundeter Seite auf Mariawald aufmerksam gemacht, begab er sich zu Herrn Monheim, dem damaligen Besitzer des ehemaligen Klostergutes, und kaufte im Jahre 1860 den ganzen Besitz von 274 preußischen Morgen für 14.000 Taler. Die Genehmigung des Erzbischofs von Köln zur Gründung eines Klosters erfolgte im November und die des Generalkapitels des Ordens am 8. Dezember 1860. Schon am 24. Februar 1861 kamen die Brüder Eligius und Joachim von Ölenberg nach Mariawald, um den Anfang mit der Umformung des verwahrlosten Gutes in ein Trappistenkloster zu machen. Zwei Tage nach ihrer Ankunft verließ die Familie Monheim Mariawald, und unbekümmert um ihre große Armut, stimmten die beiden Brüder frohen Herzens das „Salve Regina“ an. Mariawald war seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben.

Zwei Brüder waren in die altehrwürdigen Räume eingezogen, wo es jedoch recht traurig aussah. Sie fanden nur einen alten Stuhl vor, und aus herumliegenden Brettern, alten Türen und Fensterläden, zimmerten sie sich Tische und Bettstellen. Die ehemaligen Klosterräume lagen voll Schutt, so daß die Brüder sich in Heimbach Besen und Schaufeln leihen mußten, um sich einen Weg zu bahnen. Dieser Armut entsprach auch ihre Nahrung. Nach den damaligen Klosterrechnungen bestand dieselbe fast ausschließlich aus Schwarzbrot. Es war ein harter, schwerer Anfang, selbst für die auf ein abgetötetes Leben eingeübten Trappisten. Aber die Brüder hielten aus und legten so den Grundstein zu einem neuen Ordensleben in Mariawald. Sobald ihre Armut bekannt wurde, fehlte es nicht an mitleidigen Herzen. Die Alexianerbrüder in Köln schickten Gemüse und Kartoffeln; die Ursulinerinnen in Düren spendeten einige Möbel und Küchengeräte. Mit rastlosem Eifer arbeiteten Br. Eligius und Br. Joachim an der Herrichtung eines kleinen Schlafsaales für die bald zu erwartende Hilfe aus dem Mutterkloster Ölenberg. Am 23. März kamen die Brüder Zacharias, Augustin und Cornelius. Dank der unermüdlichen Tätigkeit der Brüder konnte Abt Ephrem am 25. April die kleine Hauskapelle einsegnen, und zum ersten Male nach 56 Jahren wurde in Mariawald wieder das heilige Meßopfer dargebracht. Nach Ölenberg zurückgekehrt, ernannte Abt Ephrem den P. Bonifatius Bieger zum Prior der neuen Gründung. Dieser traf mit P. Aloysius Fey und P. Eduard Scheby am 18. Mai in Mariawald ein. Ihnen folgten am 19. August P. Leo Müller, P. Hieronymus und die Konversbrüder Br. Amandus und Br. Eduard.

Emsig arbeiteten Patres und Brüder an der inneren Einrichtung. Nach Entfernung der Zwischenwände im ehemaligen Kapitalsaale wurde dieser als provisorische Kirche eingerichtet. Es war ein Tag tiefinnerer Freude für die kleine Klostergemeinde, als dieses bescheidene Gotteshaus soweit instand gesetzt war, daß es am Schmerzensfreitag, dem 11. April 1862, die kirchliche Segnung empfangen konnte. Von jetzt an herrschte wieder ein regulares Klosterleben in den alten Räumen Mariawalds. Mittlerweile hatte auch das alte, zerfallene Klostergut ein ganz anderes Aussehen gewonnen, obgleich man sich wegen Mangels der erforderlichen Mittel auf die notwendigsten Ausbesserungen beschränken mußte. Allmählich fanden sich Wohltäter, und von nah und fern trafen Gaben ein. Meßgewänder, Altarleuchter, Monstranz, Kelche, Bücher für die Bibliothek usw. wurden von Priestern und Laien geschenkt. Die Königin von Sachsen spendete mit anderen Gaben ein mit eigener Hand gesticktes Meßgewand. Pfarrer Peters aus Aachen schenkte zwölf hölzerne Leuchter und eine kleine Glocke, der bald eine größere als Geschenk des Abtes von Ölenberg folgte. Sichtbar ruhte der Segen Gottes auf Mariawald, und was die Besitzer des Klos-tergutes seit 1804 nicht vermocht hatten, das gelang wieder den Mönchen. Un-ter ihren fleißigen Händen war schon in kurzer Zeit ein großer Teil der von Dornen-, Brombeer- und Ginstergestrüpp überwucherten Äcker in schöne Getreidefelder umgewandelt. Bald wurde auch der Bau eines Waschhauses, einer Bäckerei und einer Brauerei im Angriff genommen, und einzelne Werkstätten wurden hergerichtet. Am 25. Juni 1863 kamen noch zwei weitere Priester von Ölenberg, P. Alfons Bensegger und P. Augustin Mausbach. Bald traten auch mehrere Postulanten ein, u. a. der Priester Wendelin Pfanner, der bei seiner Einkleidung den Namen P. Franziskus erhielt.
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Franz Pfanner
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Er verließ jedoch Mariawald am 27. Juli 1867 mit zwei Chorreligiosen und drei Konversbrüdern, um nach einem kurzen Aufenthalt in Rom, unter den denkbar größten Schwierigkeiten die später so bedeutende Abtei Mariastern in Bosnien zu gründen.

(Der Konvent der Abtei Mariastern wuchs bis 1910 auf 210 Mönche an. Die nach dem Ersten Weltkrieg 1919 ausgewiesenen deutschen Mönche siedelten sich in Himmerod an, die 1944 mit ihrem Abt Bonaventura Diamant († 7. Mai 1957) vertriebenen deutschstämmigen Konventsmitglieder in Engelszell. Unter der kommunistischen Herrschaft wurden 1946 die Ländereien des Klosters weitgehend enteignet, die Konventstärke ging bis auf ca. 25 (1960) zurück. Der Bosnienkrieg 1992 bis 1995 brachte den heute (Jan. 2009) nur noch aus zwei Mönchen bestehenden Konvent an den Rand des Untergangs. Die Abtei Mariastern wurde Mitte der siebziger Jahre zur Pfarrei und ist deshalb eine Ausnahme im streng kontemplativen Trappistenorden. Klostervorsteher ist seit 2003 Franziskus de Place (* 1944) als Apostolischer Administrator.

Die Abtei Mariastern machte sich in hervorragender Weise um die Bosniaken verdient; denn in dem mit dem Kloster verbundenen Waisenhaus erhielten zahlreiche elternlose Kinder eine christliche Erziehung. Nicht wenige junge Bosniaken wurden durch die Brüder in den verschiedensten Handwerken ausgebildet. Außerdem hat sich Mariastern in mannigfacher Weise um die katholische Sache in Bosnien verdient gemacht. Als P. Franziskus die Zukunft Mariasterns gesichert sah, begab er sich mit einigen Mitbrüdern nach Südafrika, wo er 1880 in Natal die weltbekannte, mustergültige Mission Mariannhill gründete, die im Jahre 1885 zur Abtei erhoben wurde. Von 1885 bis 1894 stand P. Franziskus Pfanner dieser Mission als erster Abt vor und stiftete die Genossenschaft der Schwestern vom kostbarem Blute. Im Jahre 1909 trennte sich diese Mission mit Genehmigung des Heiligen Stuhles vom Orden und bildete seitdem eine selbstständige Missionsgesellschaft. Apostolischer Vikar dieser Mission ist Se. Exzellenz Bischof Fleischer.

Ein Brief, in dem Abt Franziskus Pfanner seiner Mutter und seinen Geschwistern seinen Eintritt in Mariawald mitteilt, ist wohl geeignet, seine aufrichtige Gesinnung und seinen energischen Charakter zu kennzeichnen. Er sei daher wörtlich wiedergegeben:

Agram, 9. Sept. 1863

„Liebste Mutter und Geschwister!

Es wird Euch überraschen, was ich Euch heute zu wissen mache. Ich verlasse Agram, und zwar auf immer. Morgen reise ich ab, und hinaus nach Deutschland in die Rheinprovinz, in ein dortiges Trappistenkloster. Ich tue es, weil ich es so für Gottes Willen erkenne, wie ich schon vor 13 Jahren es als Gottes Willen erkannte, daß ich Priester wurde. Schon lange war dieser Gedanke in mir, ein Ordensmann zu werden, seitdem ich aber in Jerusalem war, und jene heiligen Orte sah, habe ich mir diesen Gedanken nicht mehr aus dem Kopfe bringen können, und mein Bischof von Brixen hat es gutgeheißen, nachdem ich ihn dreimal darum gebeten habe. Wie man in einem Trappistenkloster lebt, könnt Ihr aus dem Trappistenbüchlein lesen, das ich Euch schicke. Ich will auch so leben mit der Hilfe Gottes, und möchte darum auch diesen Stand. Ich tue das mit guter Überlegung und gesundem Verstande, und wenn vielleicht hie und da einer meint und Euch sagt, ich handle nicht gescheit, so kümmere ich mich nicht darum. Ich will nicht reich werden und keine Ehrenstellen suchen, und nichts gelten in der Welt, sondern arm und ungekannt in der Einsamkeit dort leben, und hoffentlich für immer, wenn man mich dort brauchen kann. Übers Jahr werde ich Euch schreiben, was mit meinem Geld und Geldforderungen und Sachen zu tun ist. Ich bitte Euch alle, daß Ihr für mich betet, daß ich Kraft habe, zu erfüllen, was dort gefordert wird. Vielleicht werdet Ihr sagen, ich hätte doch sollen nach Hause kommen und bei Euch Abschied nehmen. Ja, gerne hätte ich von Euch Abschied genommen mündlich, aber es wäre mir und Euch viel schwerer gefallen, von einander uns zu trennen auf immer; der schriftliche Abschied tut nicht so weh. Zu diesem Abschied sage ich Euch dieses: Lebet so, daß wir alle einst im Himmel uns wiederfinden können. Mutter! Seid nicht blind an Euren Kindern, weder an den kleinen noch an den erwachsenen. Ihr müßt als Mutter einst Rechenschaft ablegen. Und Ihr Geschwister! Unterstützet und helfet der alten Mutter und machet ihr ihre Pflicht leicht durch Gehorsam. Denket oft ans Sterben, nicht bloß ans Hausen (Sparen). Und Ihr verehelichten Geschwister, lebet christlich in Eurer Ehe, in hl. Frieden und denket: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an der Seele Schaden leidet. Erziehet Eure Kinder in Zucht: Man braucht nicht reich zu sein, um in den Himmel zu kommen, wohl aber brav. Ich werde mein Leben lang für Euch be-ten, daß Ihr in den Himmel kommt, und sonst um gar nichts, das ist genug.
Ich habe den Schwestern hier im Kloster noch nicht gesagt, daß ich ins Kloster gehe, erst morgen werde ich es sagen und dann gleich abreisen, damit ich das Weinen und Jammern nicht lange hören muß, so muß man es machen, wenn man von der Welt los werden will.
Fürchtet Euch nur nicht, wenn ich in jenem Kloster nicht haben kann, was man in der Welt haben darf. Weinet nicht über mich, sondern weinet über Euch selbst und über Eure Kinder! Ich bin nicht zu bedauern, ich wähle frei diesen strengen Stand, es zwingt mich niemand dazu. Im Gegenteil braucht es einen hitzigen Kampf, von hier fortzukommen.
Also, lebet wohl und gut! Auf Wiedersehen im Himmel! Ich sage Euch, besonders der Mutter, für alles Gute herzliches Vergelts Gott.
Ich verbleibe in den hl. hl. Herzen Jesu und Mariä
Euer stets zugetaner Sohn und Bruder
W. Pfanner.

NB. Ich wünsche, daß diesen Brief alle lesen, ich hatte nicht Zeit, jedem der Geschwister eigens zu schreiben.“

Im Winter des Jahres 1864 konnte die Schmiede, die bisher noch immer in einem Teil des Kreuzganges war, anderswo untergebracht werden, was die klösterliche Ruhe bedeutend förderte. Trotz des unermüdlichen Fleißes war es jedoch erst im Februar 1865 möglich, die Fenster des Kreuzganges mit Glas zu versehen, während sie bis dahin offen standen oder nur mit Strohmatten verschlossen waren. Im Juli 1866 wurde P. Bonifatius Bieger seines Amtes enthoben und an seine Stelle P. Eduard Scheby zum Prior ernannt. Unter der weisen und umsichtigen Leitung dieses Priors waren die regulären Räume bald fertiggestellt. Auch die Wiederherstellung der Ökonomiegebäude machte gute Fortschritte. Am 10. Oktober 1867 wurde der Grundstein zur neuen Klostermühle in Heimbach gelegt, die jedoch 1875, also die Mönche infolge des Kulturkampfes das Kloster verlassen mußten, verkauft wurde. Auch gelang es diesem Prior, das Kloster wirtschaftlich wieder zur Blüte zu bringen. Gleichzeitig wurde aber auch an der Wiederherstellung der Kirche gearbeitet, was viel Mühe und Unkosten erforderte, und erst 1875 kam sie notdürftig unter Dach.
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