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Mariawald wird zur Abtei erhoben
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Laurentius Wimmer, 1. Abt von Mariawald 1909 - 1929
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Seit der Wiederbesetzung des Klosters im Jahre 1861 und besonders seit der Rückkehr aus der durch den Kulturkampf veranlaßten Verbannung der Mönche hatte Mariawald sich in jeder Hinsicht bewährt. In Anbetracht seiner günstigen Entwicklung erhob daher das Generalkapitel des Ordens im Jahre 1909 das Priorat Mariawald zur Abtei. Diese Nachricht wurde nicht nur von den Mariawalder Ordensleuten, sondern auch von der ganzen Gegend mit aufrichtigster Freude begrüßt. Am 30. Juni 1909 fand unter dem Vorsitze des hochwürdigsten Abtes Franziskus Strunk von Ölenberg die erste Abtswahl in Mariawald statt. Gewählt wurde P. Laurentius Wimmer. Er war dritter Oberer des Klosters, P. Magister der Konversbrüder und Fremdenbeichtsvater. Geboren am 23. März 1869 zu Gerhartskirchen in der Nähe des so berühmten Wallfahrtsortes Altötting, wurde er am 29. Juni 1894 in Passau zum Priester geweiht. Vier Jahre war er als Kaplan in seiner Heimatdiözese tätig. Am 4. August 1898 trat er in Mariawald ein, wo er am 20. August 1900 seine einfachen und am 20. August 1903 seine feierlichen Gelübde ablegte. Am 11. Juli wurde der von der Klostergemeinde Erkorene in sein Amt eingeführt und am 29. September erteilte ihm Se. Eminenz, Kardinal Fischer, Erzbischof von Köln, in der Klosterkirche die Abtsweihe. Aus Anlaß dieses Ehrentages hatten Kirche und Kloster auf dem Kermeter reichen, sinnigen Festschmuck angelegt. Vier Äbte, zahlreiche hervorragende geistliche und weltliche Persönlichkeiten, sowie eine große Volksmenge wohnten der ergreifenden Feier in der Klosterkirche bei. Es war ein wahrer Freudentag für Mariawald und für die ganze Gegend.

Exkurs: Presseveröffentlichung Eifeler Volkswacht vom 29. September 1909: Um 12.00 Uhr begann in dem schön geschmückten Refektorium das Festmahl, an dem gegen 110 Personen, Geistliche und Laien teilnahmen. Das Mahl be-stand, wie bemerkt sei, aus Fastenspeisen. Erster Redner war der neugeweihte Abt. Laurentius Wimmer. Er führte etwa folgendes aus: "Vor 400 Jahren ließen sich auf dem Kermeter in einem Bretterhäuschen Mönche aus Bottenbroich nieder, und aus diesem Häuschen ist im Laufe der Zeit durch die Mildtätigkeit und die Wallfahrten ein schönes Kloster geworden. Das Kloster wurde zerstört, die Kirche zerfiel, aber es kamen wieder bessere Zeiten. Seit 1861 hat man angefangen, die alte Stätte wieder aufzubauen, und was Sie heute vor sich sehen, die Kirche und die Klostergebäude, ist im Laufe der letzten 50 Jahre geschaffen worden. Wir hatten in der alten Kirche einen großen Schatz: ein Bild der Muttergottes; es ist nach Heimbach gekommen, aber es hat uns auch von Heimbach aus gesegnet, daß wir heute dieses Fest feiern können. Die Klostergemeinde hat dafür gedankt in der Kirche und auch hier möchte ich Seiner Eminenz und der hochverehrten Festversammlung danken. Vor allem der hochwürdigen Geistlichkeit, die so zahlreich erschienen ist, für das große Wohlwollen, das sie dem Kloster bezeigt hat, denn ich bin den meisten von ihnen ein unbekannter Mann, das Wohlwollen gilt dem Kloster. Der Klerus der Umgegend zeigt, daß er mit uns in einem guten Verhältnis steht und ich wünsche, daß es so bleiben möge. Dann habe ich dem Herrn Landrat zu danken, denn auch die weltliche Behörde und die Kirche müssen zusammenhalten, und das Kloster wird sich freuen, wenn es mit der Behörde auf gutem Fuße steht. Möge der Herr Landrat uns das Wohlwollen auch in Zukunft bewahren und alle Laien, die hier erschienen sind. Dann danke ich den Herren Aebten, die mit beigetragen haben, um die jüngste der Abteien einzureihen in die Zahl der großen Abteien. Klein ist unsere Gemeinde, aber wenn wir unsere Pflicht erfüllen, sind wir groß. Wenn wir auch nicht viel schreiben und Missionare ausbilden, so wirken wir doch durch unser Gebet, unsere Liturgie und unsere Arbeit. Dank schulden wir insbesondere dem Abte von Oelenberg, unserem früheren Prior Franziskus Strunck. Er erinnert sich mit Freuden dessen, was er hier geschaffen hat bis zu dem Tage, als er im hohen Dom zu Cöln von dem seligen Kardinal Krementz zum Abt geweiht wurde und wir werden es nie vergessen. Der letzte und größte Dank aber gilt Sr. Eminenz Kardinal Fischer. Als uns gemeldet wurde, daß Se. Eminenz selbst die Weihe spenden werde, war die Freude des Kapitels groß, nicht minder darüber, daß es hier geschehen sollte, damit wir auch einmal Gelegenheit hätten, Se. Eminenz zu sehen. Dafür danke ich Ehrwürdiger Eminenz von ganzem Herzen. Und wir versprechen, was er bei der Weihe verlangte, sein zu wollen ein betendes Kloster, ein büßendes Kloster. Wir haben im Klosterwappen zwei Fackeln; sie sollen eine Leuchte werden für die Umgebung. Und wir werden für Ehrwürdige Eminenz beten. Und nun fordere ich die Versammlung auf, auf Seine Eminenz den Herrn Kardinal, der trotz der vielen Arbeiten und Sorgen in seiner großen Erzdiöese uns die hohe Ehre gegeben hat, ein dreifaches Hoch auszubringen. Begeistert stimmte die Festversammlung in den Hochruf ein. Herr Kardinal und Erzbischof Fischer dankte für die lieben Worte, die eben an ihn gerichtet seien. Er sei gern hierher gekommen, um den ersten Abt der großen Erzdiözese zu weihen. Früher habe die Erzdiözese eine ganze Anzahl von Abteien gehabt, St. Pantaleon und St. Martin in Cöln, Siegburg, Gladbach, Brauweier usw., namentlich auch Zisterzienser-Abteien. Die Säkularisation habe die Abteien beseitigt; viele Klöster seien entstanden, doch bis jetzt noch keine Abtei. Mariawald sei die erste und werde hoffentlich nicht die letzte sein; neben der Zisterzienser-Abtei werde hoffentlich in Kornelimünster eine Benediktiner-Abtei bald entstehen. Auf französischem Boden habe der hl. Bernhardus seine erste Ordensgemeinde gegründet, aber bald seien seine Regeln auch nach Deutschland gedrungen, das damals rege Beziehungen zu Frankreich, namentlich zu dem stammverwandten Burgund gehabt habe, insbesondere seit der Zeit Otto des Großen und seines Bruders Erzbischof Bruno von Cöln. Der hl. Bernhard selbst sei an den Rhein gekommen und habe gepredigt von Speyer bis nach Cöln und dem Jülicher Lande. Seine Zisterzienser hätten die Gegenden jenseits der Elbe kultiviert. Heute, wo die neue Abtei gegründet wurde, flehe er, daß der Geist des heiligen Bernhardus in diesem Hause lebendig werde, der Geist des religiösen Eifers undder Liebe zum Herrn und seiner Gottesmutter, der er sein berühmtes Memorare gewidmet habe; der Geist des hl. Bernhardus in der tiefen Frömmigkeit, in der heiligen Wissenschaft und dem festen katholischen Glauben; der Geist des Ernstes, der Milde und der Liebe, wie er ihn gepflanzt habe in die Glieder seines Ordens. Möge dieser Wunsch in Erfüllung gehen, indem wir einstimmen in ein Hoch auf den neuen Abt. Die Ansprache Sr. Eminenz fand ein lautes Echo bei der Festversammlung. Herr Landrat Dr. Kreuzberg sprach als Vertreter des Kreises Schleiden und der Behörden, zugleich im Namen der übrigen Laien für die freundliche Einladung zu dem heutigen Weihefeste seinen tiefgefühlten Dank aus. Wer die Ehre gehabt habe, dieser wundervollen Feier beizuwohnen, dem werde diese Stunde niemals aus dem Gedächtnis schwinden. Der Herr Abt habe hingewiesen auf das gute Verhältnis, daß zwischen der Behörde und dem Kloster bisher geherrscht habe; er möchte hinzufügen, daß diese Stätte des stillen Friedens, der hohen Frömmigkeit und beispiellosen Arbeitsamkeit eine Zierde ist für den Kreis; daß es ein Glück ist für die Bewohner des Kreises, daß wir dieses Kloster hier haben. Deshalb sei es auch für die Bewohner des Kreises eine große Freude gewesen, von der Rangerhöhung zu vernehmen. Dazu spreche er dem Abte, dem Prior und dem Konvente im Namen der Staatsregierung den herzlichen Glückwunsch aus mit der Hoffnung, daß die guten Beziehungen weiter so bestehen möchten. Möge die Abtei blühen und gedeihen, möge Gottes Segen über der Abtei Maria Wald walten. Der Herr Landrat schloß mit einem Hoch auf die Abteil Mariawald und ihren ersten Abt. Der Bürgermeister Deuser von Heimbach nahm dann das Wort um namens der Gemeinde Heimbach zu dem Feste die herzlichsten Glück- und Segenswünsche zu überbringen. Er erinnerte an die seelsorgerliche Wirksamkeit des Herrn Abts Laurentius in den Gemeinden Heimbach und Hasenfeld und verband mit seinem Danke die Bitte, daß der neue Abt auch fernerhin die guten Beziehungen zu den Gemeinden bewahren und ihnen sein Wohlwollen bewahre. Nach einem schönen Marienliede des Klosterchores sprach der Pfarrer Dr. Breidenbend die Bitte aus, daß der neue Abt auch fernerhin ein Seelenführer des benachbarten Klerus sein möge, wie er es als der geliebte bescheidene Pater Laurentius gewesen sei. Den Dank dafür habe ihm der benachbarte Klerus abgestattet durch das Geschenk des Vortragekreuzes. Ferner bitte er ihn, ein treuer Verehrer des Gnadenbildes zu bleiben, das die Gemeinde Heimbach rechtmäßig besitze und auch festhalten werde. Dann nahmen allmählich die Gäste Abschied in hoher Freude, einem solchen schönen Feste beigewohnt zu haben, und mit herzlichem Dank für die Gastfreundschaft der Abtei Mariawald. Ende des Presseartikels

Der erste Abt von Mariawald stellte sich und seine Regierung unter das Zeichen des Kreuzes. Sein Wahlspruch lautet: „ In cruce salus, im Kreuz ist Heil!“ Diesem Wahlspruch entspricht auch das Wappen des Abtes Laurentius. Es ist ein gevierter Schild; 1 und 4 zeigen in blauem Feld den rot-silbern geschachteten Schrägbalken der Zisterzienserwappen, 2 und 3 in goldenem Feld ein rotes Lilienkreuz.

Das Kreuz sollte dem ersten Abt von Mariawald in reichlichem Maße zuteil werden. Es sei hier nur an den 1. Weltkrieg erinnert, der auch an die Klosterpforte pochte. 22 Mönche und 20 Konversbrüder mußten die friedlichen Hallen auf dem Kermeter verlassen und ihre klösterliche Tätigkeit mit dem rauhen Kriegshandwerk vertauschen. Die Chorreligiosen waren als Feldgeistliche oder Krankenpfleger tätig. Vier von ihnen und fast alle Konversbrüder dienten mit der Waffe. Drei starben den Heldentod und mehrere kehrten als Krüppel ins Kloster zurück. Daß Mönche und Konversbrüder auch im Dienste des Vaterlandes ihre Pflicht getan, beweisen die zahlreichen Auszeichnungen und Beförderungen die ihnen zuteil wurden.

In dieser so schweren Zeit zeigte sich Abt Laurentius nicht nur als Vater seiner Kinder, sondern auch der zahlreichen Ordensleute, die infolge des Krieges ihr Kloster hatten verlassen müssen und in Mariawald eine Zufluchtsstätte gefunden hatten. Aber auch die Armen und Notleitenden, die an der Klosterpforte anklopften, fanden bei ihm geistlichen Trost und materielle Hilfe. Die Güte und Wohltätigkeit des Abtes Laurentius war weit und breit bekannt.

Dann kamen die Leiden und Kreuze der Nachkriegszeit. Doch waren auch groß die Sorgen des ersten Abtes auf dem Kermeter, so waren der Schutz und der Segen Gottes, die sichtbar auf seiner Regierung ruhten, noch größer. Er vollendete 1910 den unter dem Prior P. Heinrich begonnenen Bau des für die Konversbrüder bestimmten Klosterflügels, vergrößerte die Sakristei, die Ökonomiegebäude und das Fremdenhaus. Im Jahre 1927 ließ er die Abteikirche neu ausmalen. Durch Anschluß an das Kraftwerk der Urfttalsperre wurde das Kloster mit elektrischem Licht versehen, und seitdem surrten Motoren in den einzelnen Betrieben, wodurch die Arbeitsleistung der verschiedenen Handwerke bedeutend erhöht wird.

Man glaubte und hoffte, Abt Laurentius werde noch lange Jahre der Abtei vorstehen. Allein, er litt seit langer Zeit an einem hartnäckigen Herzleiden, das sich stets verschlimmerte und ihm die Erfüllung seiner Pflichten erschwerte. Daher ersuchte er im Juli 1929 das Generalkapitel, ihm zu gestatten, sein Amt niederzulegen. Seine Bitte wurde ihm gewährt. Die Klostergemeinde wurde von dem Rücktritt ihres geliebten Abtes schmerzlich überrascht. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich so recht, in wie seltenem Maße Abt Laurentius die Liebe und das Vertrauen seiner geistlichen Söhne besaß.

Und diese Trauer um den scheidenden Vater war auch wohl begründet, denn Abt Laurentius hatte in den zwanzig Jahren seiner Regierung vieles in geistiger und materieller Hinsicht für die Abtei Mariawald getan.

Seine Hauptsorge war jedoch stets darauf gerichtet, durch sein lehrreiches Wort, seine väterlichen und liebevollen Ermahnungen und vor allen durch sein ununterbrochenes aufmunterndes Beispiel das geistige Wohl der ihm anvertrauten Seelen zu fördern. Abt Laurentius Wimmer zog sich in die Abtei Engelszell zurück. Seine Ordenbrüder wünschten ihm, daß sich noch recht lange der wohlverdienten Ruhe erfreuen könne!

Unter dem Vorsitze des hochwürdigsten P. Immediatus, des Abtes Petrus Wacker von Ölenberg,schritten die Mariawalder Mönche am 27. August 1929 zur Wahl eines neuen Abtes. Gewählt wurde der bisherige Prior des Klosters P. Stephanus Sauer. Geboren am 5. Februar 1874 zu Merscheid im Kreise Bernkastel, wurde der neugewählte Abt am 31. März 1900 in Trier zum Priester geweiht. Nachdem er als Kaplan und später als Pfarrer in seiner Heimatdiözesetätig gewesen war, trat er am 13. November 1915 in Mariawald ein. Am 8. Dezember 1917 legte er seine einfachen und am 8. Dezember 1920 seine feierlichen Gelübde ab. Se. Exzellenz der Hochwürdigste Herr Weihbischof und Dompropst von Aachen Dr. Hermann Joseph Sträter spendete dem Erwählten am 18. Oktober desselben Jahres die Abtsweihe in der Abteikirche Mariawald. Außer vier Äbten nahmen auch der Herr Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, Herr Regierungspräsident Stieler von Aachen, der Landrat von Schleiden, Graf von Spee und viele Mitglieder des Welt- und Ordensklerus an der Feier teil.

Das Wappen des neuen Abtes mit den Symbolen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sowie sein Wahlspruch: „ In fide et caritate“ wiesen darauf hin, daß er seine Herde im Geiste des Glaubens und der Liebe leiten wollte. Unter seiner Regierung wurde Ostern 1930 der vom Abte Laurentius Wimmer errichtete Ergänzungsbau des Fremdenhauses seiner Bestimmung übergeben, wodurch die immer zahlreicher werdenden Besucher besser betreut werden konnten. Dieser sogenannte Erfrischungsraum, in welchem Getränke und Speisen verabreicht werden, erfreut sich seither eines guten Zuspruchs vor allem in den Sommermonaten.

Im Winter 1930/31 nahm Abt Stephanus die so notwendige Vergrößerung der Bibliothek in Angriff. Die Räume des Untergeschosses im Nordflügel wurden in einen großen mit modernen Eisenregalen versehenen Bibliotheksaal umgeändert. Am 18. November 1931 weihte er den Altar zu Ehren der hl. Theresia vom Kinde Jesu, von der er gelegentlich eines Besuchs in Lisieux eine Reliquie mitgebracht hatte. Der Altar sowohl wie das Gemälde, das ihn ziert, sind wahre Kunstwerke. Bildhauer und Maler haben sich gegenseitig ergänzt um etwas Gediegenes zu schaffen. Der Altar ist einfach gehalten, doch ein Muster reiner Gothik. Das prächtige Gemälde stellt die heilige Theresia vom Kinde Jesu dar vor der Mutter Gottes kniend, wie sie Rosen aus deren Schoß nimmt und dieselben auf die Abtei Mariawald niederfallen läßt.

Mehr denn 450 Jahre waren vorübergerauscht, seit die ersten Zisterzienser sich auf dem Kermeter niederließen. Zahlreiche Männer und Jünglinge sind ihnen im Laufe der Jahre gefolgt und haben sich an der Gnadenstätte durch Gebet, Arbeit und Buße geheiligt. Mehrmals wurden sie durch rohe Gewalt aus ihren friedlichen Hallen vertrieben, doch immer führte sie Maria, die Gründerin und Beschützerin des Klosters auf dem Kermeter, an die geweihte Stätte zurück.

Treu sind sie ihrer alten Regel geblieben, die weißen Mönche auf dem Kermeter. Das Chorgebet, dem sie sechs bis acht Stunden täglich widmeten, nimmt, wie es der heilige Benedikt in seiner Regel vorschreibt, die erste Stelle im Leben der Zisterzienser von der „Strengen Observanz“ ein. Damals - 1937 - rief um 2 Uhr nachts, an Sonntagen um 1:30 Uhr und an Feiertagen um 1 Uhr das Klosterglöcklein sie vom harten Lager zur Mette. Daß die Mönche neben dem Gebete auch die Arbeit pflegten, beweisen die das Kloster umgebenden gut bebauten Felder, die aus dem ehemaligen Wald- und Ödland unter ihren fleißigen Händen erstanden sind, und deren Ertrag mit den Armen und Notleidenden brüderlich geteilt worden ist.

Doch der Mönch denkt nicht nur an seine eigene Heiligung; durch sein Gebet, seine Buße und sein Beispiel will er auch anderen zur ewigen Seligkeit verhelfen. Dereinst in der Ewigkeit werden wir erst erfahren, wie viele Seelen so manche Ordensperson durch ihr stilles, opferreiches Leben gerettet hat.
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Dom Stephanus Sauer, 2. Abt von Mariawald, 1929 - 1939
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