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Abt Meinrad Behren
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Abt Meinrad Behren, 6. Abt des Klosters Mariawald
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Pater Josef Arnold Behren wurde am 21. Februar 1916 in Kempten im Allgäu geboren. Er trat 1937 im Alter von 21 Jahren in das Trappistenkloster Mariawald ein. Seine Habe brachte er in einem Köfferchen mit. Sein gesamter Nachlaß wird heute in einen Schuhkarton im Archiv des Kloster verwahrt. Bei seinem Eintritt wurde er von seiner Tante begleitet, die ihm den Koffer trug. An der Klosterpforte nahm man ihn wortlos auf, nahm der Tante den Koffer ab und entließ die Tante wortlos ohne sie ins Kloster zu lassen.

Auch das wenige, das ihn an seine Jugend erinnerte, gab er ab und stellte sich fortan ausschließlich unter die strenge Ordnung des Klosterlebens. Als die Abtei 1941 durch die Nationalsozialisten aufgelöst wurde, ging er ins Mutterhaus nach Oelenberg (Elsaß). 1945 genehmigte die englische Militärregierung wieder den Fortbestand der Abtei Mariawald. Unter den Zurückkehrenden war Pater Meinrad.

Am 2. Juli 1983 wählte ihn die Klostergemeinde Mariawald zum Abt auf unbestimmte Zeit. Ein Abt hat innerhalb der Klostergemeinschaft die gleiche Rechtsgewalt wie ein Bischof in seiner Diözese. Was er nicht hat, sind Weihevollmachten.

Bekannt wurde Pater Meinrad erst durch seine Wahl zum Abt. Geblieben war ihm trotz der ehrenvollen Berufung seine zurückhaltende Art, Menschen zu begegnen sowie seine Bereitschaft zur Vermittlung und zum Gespräch innerhalb der Klostermauern gleichwohl wie im Umgang mit Außenstehenden. So war es nicht verwunderlich, wenn die Abtei sich manche ökonomischen Umstrukturierungen zu eigen machen konnte. Abt. Meinrad Behren hatte auch über die Klostermauern hinaus einen wachen Blick auf Land und Leute. 1989 feierte er sein 50-jähriges Priesterjubiläum in Mariawald. Auf seinen Reisen, die ihn nach Rom und in die osteuropäischen Staaten führten, hatte er Gelegenheit, den Orden nach außen zu vertreten und die Erfahrungen von Mariawald anderen Trappisten vermitteln zu können.

Abt Meinrad Behren stellte zum 500jährigen Bestehen der Abtei Mariawald 1986 im Haus des Gastes zu Gemünd die Reproduktionen der alten Kreuzgangfenster des Klosters vor, deren Originale sich heute unter anderem im Victoria-Albert-Museum in London befinden. In lebhafter Erinnerung der alten Gemünder ist auch seine Teilnahme am 50-jährigen Priesterjubiläum von Dechant Dr. Adolf Heitzer, wobei er mit menschlich humorvollen Worten den richtigen Ton fand.

Wie er über sich selbst dachte, konnte die "Kölnische Rundschau" am Tage seines 50-jährigen Priesterjubiläums erleben. Während er im Klostergarten weilte, mußte Bruder Konrad einiges an Vermittlung aufbringen, den Jubilar wenigstens um einige Daten zu bitten. Abt Meinrad Behren: "Ich möchte keinen Rummel um meine Person, ich möchte den Ehrentag ausschließlich im Kreise unserer Gemeinschaft begehen."

Am 4. April 1986 eröffneten die Mönche die Feiern zum 500 jährigen Bestehen des Klosters Maria Wald. Die Abteikirche war viel zu klein, um alle Gäste zu bewirten.

MANFRED HILGERS schrieb für die Kölnische Rundschau:
Mariawald. Eine Stunde vor dem Pontifikalamt zur 500-Jahr-Feier in der Abteikirche von Mariawald warteten gestern um 14 Uhr schon einige hundert Besucher auf dem Klostervorplatz. Die schlichte Kirche war anschließend viel zu klein, um allen Gästen auch nur einen Stehplatz zu bieten. Die Parkplätze und die Ränder der Landstraße waren zugeparkt. In der Kirche herrschte ab 14.30 Uhr eine derart drangvolle Enge, daß sich die geladenen Gäste praktisch durch den Mittelgang schieben mußten. Dem mit seiner Körpergröße von 2 Metern alle überragende Pater Franziskus (Heeremann) gelang es schließlich, einen schmalen Durchgang freizubekommen, durch den die Geistlichen einziehen konnten. Stadtdirektor Hans Vellen, Bürgermeister Günter Pütz und Landrat Johannes Kaptain fanden mit den anderen Ehrengästen Platz vor der Klausur. Sogar die Orgelempore wurde für Besucher freigegeben. Das Festhochamt zelebrierte Bischof Dr. Klaus Hemmerle mit Generalabt Ambrosius Southey aus Rom und Pater Franziskus. Rund um den Altar standen 63 Geistliche aus Düren, Schleiden und Euskirchen.

Bischof Klaus sprach in seiner Predigt „von einem Kloster der verschlossenen Türen, hinter denen sich nichts mehr abspielt? Wo es keine Karriere und keine Laufbahn mehr gibt? Wir brauchen jene geschlossenen Räume, in die ein Mensch eintritt und Einklang findet mit sich und seinem Mitbruder und aus denen er wieder hinaustritt und den Menschen das Licht bringt und die Wunden schließt“, betonte Bischof Klaus. Weiter führte der Bischof aus, daß es nicht einfach sei, hinter geschlossenen Klostermauern zu leben. Nach der Messe, die fast zwei Stunden dauerte, wurden alle Kirchenbesucher, auch diejenigen, die die ganze Zeit draußen in der Kälte gestanden hatten, ins Klosterrestaurant zu einem Imbiß eingeladen.

Die Kirchenzeitung für das Bistum Aachen brachte den Artikel:

„Stätte des Lichtes und des Friedens“

Bischof Hemmerle beim 500-Jahr-Jubiläum des Trapisten-Klosters Mariawald

Mit einem Pontifikalamt in der Kirche der Trappistenabtei Mariawald bei Heimbach (Eifel) gingen die Feierlichkeiten aus Anlaß des 500-Jahr-Jubiläums dieses Zisterzienserklosters zu Ende. Abt Meinrad Behren konnte eine große Anzahl von Gästen aus Nah und Fern willkommen heißen, darunter den Generalabt der Trappisten (Zisterzienser der strengen Observanz), Ambrose Southey, Abt Dr. Albert Altenähr aus Kornelimünster sowie Vertreter anderer Benediktinerabteien und Regionaldekan Bernhard Frohn. Als eine „Stätte des Lichtes und des Friedens“, die durch verschlossene Türen hinausgingen in die Welt, bezeichnete Bischof Hemmerle in seiner Predigt das Mariawalder Kloster.
Ausgehend vom Evangelium des Weißen Sonntags sagte der Bischof unter anderem, nur dort, „wo wir uns nicht nach außen verlieren, wo wir uns sammeln, versammeln, erfahren wir den Herrn in unseren Herzen und in unserer Mitte“. Der Sonntag nach der Auferstehung des Herrn sei ein Tag der verschlossenen Türen und seiner offenen Wunden. Wenn man dies im Osterlicht sehe, dann sei es aber ein Tag der Freude. Auch wir brauchten jene verschlossenen Türen, hinter denen wir den Herrn erwarten könnten. In seinen Wunden fänden wir Frieden und Licht.
Ein Kloster sei ein Ort mit verschlossen Türen, hinter denen man keine Karriere mache, ein Ort der gehüteten Herzen, der verschenkten Hoffnungen, ausgehaltener Einsamkeit. So werde es zu einem Raum, in dessen Mitte der Herr eintreten könne. Solche verschlossenen Türen hüteten das Licht, von hier gehe die „Mission des Gebetes aus“. Er selbst müsse es bezeugen: „In den zehn Jahren, in denen ich Bischof bin, habe ich schon viel Licht von hier empfangen.“ ...



Bild unten: Seit Jahrhunderten waren die Glasmalereien aus dem Kreuzgang nur in England zu besichtigen. 1986 fanden Ausstellungen unter anderem im "Haus des Gastes" zu Gemünd statt. Norbert Stoffers aus Gemünd präsentierte zusammen mit Abt Meinrad Behren, Bürgermeister Alois Sommer und Pfarrer Helmut Scheler die aufwendigen Reproduktionen.
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Seinen Lebensabend verbrachte Abt Meinrad im Tochterkloster der Abtei Mariawald Maria Frieden in Dahlem.

Zu seinem 60-jährigen Priesterjubiläum schrieb ihm Bischof Heinrich Mussinghoff aus Aachen:

"Sehr geehrter Abt Meinrad! Vor 60 Jahren haben Sie das Sakrament der Priesterweihe empfangen. Sie sind dem Ruf Christi gefolgt und haben sich als Priester in den Dienst seiner Nachfolge gestellt. Zum 60-jährigen Jubiläum spreche ich Ihnen meine herzlichen Glück- und Segenswünsche aus. Gleichzeitig danke ich Ihnen für Ihren priesterlichen Dienst in unserem Bistum. 1937 sind Sie als Novize in die Abtei Mariawald eingetreten. Im Jahr Ihrer Priesterweihe 1943 war die Mitte des Zweiten Weltkrieges erreicht. Was folgte, waren der Zusammenbruch und die Notjahre nach dem Krieg. Doch bald begann der Aufbau. Das kirchliche Leben blühte auf. Nach 20 Priesterjahren begann das zweite Vatikanische Konzil. Der selige Papst Johannes XXIII. öffnete die Fenster der Kirche. Ein frischer Atem der Hoffnung und Erneuerung ging durch die Kirche. Die Würzburger Synode entwickelte Leitgedanken für eine neue Zeit. Manches ist gelungen. Dennoch leiden wir auch unter dem Rückgang des kirchlichen Lebens und religiöser Bindung. Es waren nicht immer einfache Jahre. Sie haben das kirchliche Leben in den vergangenen 60 Jahren wesentlich mitgetragen und mitgestaltet. Als Mönch und als Abt haben Sie wesentlich das klösterliche Leben in Mariawald geprägt. Viele Menschen aus unserem Bistum haben im Kloster geistliche Hilfe und Orientierung für ihr Leben gefunden. Ich danke Ihnen und dem Konvent, die Sie Menschen begleitet haben, die Sehnsucht nach Gott spüren, die die Gemeinschaft der Glaubenden suchen und für andere, insbesonders für die Armen und Bedrängten, tätig sein wollen. Viele Menschen danken Ihnen für Ihr Gebet, für Ihren seelsorgerischen Dienst, für Ihre Hilfe in der Weggemeinschaft der Glaubenden. Mit Ihnen möchte ich den 23. Psalm beten, dieses Lied des Vertrauens und der Zuversicht: "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir; dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher. Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Hause des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit." Ich wünsche Ihnen eine schönen Festtag im Kreis Ihrer Mitbrüder und der Schwestern in Maria Frieden, die ich herzlich zu grüßen bitte. Ihr Heinrich Mussinghoff

Im Alter von 88 Jahren starb Abt Meinrad Behren. Er war in den letzten Wochen von seinen Mitbrüdern und Schwestern der Caritas gepflegt worden. Nach seiner Emeritierung als Abt fungierte er als Rektor, danach als Hilfsrektor bei den Schwestern in der Abtei Maria Frieden in Dahlem. Die Exequien nahm Abt. Bruno Gooskens vor. Viele Trauergäste und Geistliche nahmen auf dem kleinen Friedhof in Mariawald Abschied. Wie es Tradition ist, wird ein Trappistenmönch in seinem Gewand ohne Sarg beerdigt.
Papst Benedikt XVI. in Mariawald

Am Sonntag, dem 15. September 1991, weihte Josef Kardinal Ratzinger in der Abtei Maria Wald den Frater Robert Hirtz zum Priester. Eigentlich hätte der Nuntius die Priesterweihe vornehmen sollen. Dieser war abberufen worden und so wandten sich die Mönche direkt an den Vatikan. Hinzu kam, daß Frater Robert den Kardinal von Regensburg her kannte.
Frater Robert studierte in Regensburg, wo sich der Kardinal seinerzeit regelmäßig in den Ferien aufhielt. Er hatte dort ein Domizil, in dem seine Schwester lebte und sein Bruder die Regensburger Spatzen leitete. Der Kardinal, der die Eifel kennt, weilte mit seinen ehemaligen Seminaristen in Steinfeld.
Damals traf er sich alljährlich zu zwei- bis dreiwöchigen Aufenthalten mit seinem ehemaligen Schülerkreis in einem Bildungshaus.
In Steinfeld stand das Treffen unter dem Thema: "Die Auslegung der heiligen Schrift". Die ehemaligen Schüler kannte der heutige Papst aus seiner Lehrtätigkeit in Freising, Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg, einige auch aus seiner Amtszeit als Erzbischof von München und als Kardinal. Von den 50 Schülern, die zum engeren Kreis gehören, fanden sich 35 in Steinfeld ein, fast zwei Drittel bestanden aus Professoren, die übrigen hatten bei ihm promoviert.