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III. STATION
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Der Mensch ist gefallen und fällt immer wieder.
Wie oft wird der Mensch zur Karikatur seiner selbst,
nicht mehr Bild Gottes,
sondern Spottbild auf den Schöpfer.
Der Mann, der auf dem Weg von Jerusalem nach
Jericho
unter die Räuber fiel und ausgeraubt, halbtot,
blutend am Straßenrand liegt -
ist er nicht ein Bild des Menschen überhaupt?
Der Fall Jesu unter dem Kreuz
ist nicht nur das Hinfallen
des schon durch die Geißelung zu Tode erschöpften
Menschen Jesus.
In diesem Fall bildet sich doch Tieferes ab,
wie es Paulus im Brief an die Philipper geschildert hat:
„Er war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern entäußerte sich und wurde wie ein Sklave
und den Menschen gleich …
Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuze“ (Phil 2,6-8).
Im Fallen Jesu unter der Last des Kreuzes
erscheint sein ganzer Weg:
sein freiwilliger Abstieg,
um uns von unserem Stolz aufzuheben.
Und zugleich erscheint das Wesen unseres Stolzes:
der Hochmut, daß wir uns von Gott emanzipieren
und nur noch wir selber sein wollen,
der Hochmut, daß wir der ewigen Liebe
nicht zu bedürfen glauben,
sondern selber unser Leben einrichten möchten.
In diesem Aufstand gegen die Wahrheit,
in diesem Versuch, uns selber Gott
und unser eigener Schöpfer und Richter zu sein,
stürzen wir ab und fallen in die Selbstzerstörung
hinunter.
Jesu Abstieg ist die Überwindung unseres Hochmuts,
und mit seinem Abstieg hebt er uns auf:
Lassen wir uns aufheben.
Streifen wir unsere Selbstherrlichkeit,
unseren falschen Autonomiewahn ab
und lernen von ihm,
dem Abgestiegenen,
daß wir absteigend und zu Gott
und zu den getretenen Brüdern wendend
unsere wahre Größe finden.

Herr Jesus,
die Last des Kreuzes hat dich zu Boden geworfen.
Die Last unserer Sünde, die Last unseres Hochmuts
drückt dich nieder.
Aber dein Fall ist nicht dunkles Schicksal,
ist nicht bloße Schwachheit des Geschlagenen.
Du wolltest zu uns kommen,
die wir mit unserem Hochmut am Boden liegen.
Der Hochmut, daß wir selber Menschen machen können,
hat uns dazu geführt,
daß Menschen wie Ware geworden sind,
daß sie gekauft und verkauf werden,
daß sie Vorratslager für unser Machen sind,
mit dem wir selber den Tod zu überwinden hoffen,
dabei aber nur immer tiefer die Würde des Menschen
erniedrigen.
Herr,
komm unserem Fall zu Hilfe.
Hilf uns,
daß wir von unserem zerstörerischen Hochmut ablassen
und durch das Lernen von deiner Demut
wieder aufgerichtet werden.

Welch ein Schmerz der Auserkornen,
da sie sah den Eingeborenen
wie er mit dem Tode rang!