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VI. Station
Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
„Dein Angesicht, Herr, suche ich.
Verbirg nicht dein Gesicht vor mir“ (Ps 27,8-9).
Veronika - Berenike nach der griechischen Tradition -
verkörpert diese Sehnsucht aller alttestamentlichen
Frommen - die Sehnsucht aller glaubenden Menschen,
das Antlitz Gottes zu sehen.
Am Kreuzweg Jesu tut sie freilich zunächst nur einfach
einen Dienst fraulicher Güte:
Sie reicht Jesus ein Schweißtuch.
Sie läßt sich von der Brutalität der Soldaten nicht
anstecken,
von der Angst der Jünger nicht lähmen.
Sie ist das Bild der gütigen Frau,
die in der Verstörung und Verfinsterung der Herzen,
den Mut der Güte behält,
ihr Herz nicht verfinstern läßt.
„Selig, die reinen Herzens sind,
denn sie werden Gott schauen“,
hatte der Herr in der Bergpredigt gesagt (Mt 5,8).
Veronika sieht zunächst nur ein geschundenes,
vom Schmerz gezeichnetes Menschengesicht.
Aber der Akt der Liebe prägt ihrem Herzen
das wahre Bild Jesu ein:
Im „Haupt voll Blut und Wunden“
sieht sie das Gesicht Gottes und seiner Güte,
die uns in die tiefsten Schmerzen nachgeht.
Nur mit dem Herzen können wir Jesus sehen.
Nur die Liebe ist es,
die uns sehend und rein macht.
Nur sie läßt uns Gott erkennen, der selbst die Liebe ist.

Herr,
gib uns die Unruhe des Herzens, die dein Antlitz sucht.
Bewahre uns vor der Erblindung des Herzens,
das nur noch die Oberfläche der Dinge sieht.
Gib uns jene Lauterkeit und Reinheit,
die uns hellsichtig macht für seine Gegenwart in der
Welt.
Gib uns den Mut zur demütigen Güte,
wo wir der großen Dinge nicht fähig sind.
Präge dein Antlitz in unseren Herzen ein,
damit wir dir begegnen
und dein Bild der Welt zu zeigen vermögen.

Wer nicht mit der Mutter weinen,
seinen Schmerz mit ihrem einen,
leiden bei des Sohnes Tod?