Über uns|Klosterbetriebe|Online-Shop|Schott-Messbuch|Förderverein|Links|Kontakt||Datenschutz|Impressum
Mitglied werden und Spenden
0
Der Vorstand
0
Aktuelles
0
geförderte Projekte
0
Historisches
0
Kreuzweg
0
0Station 1
0Station 2
0Station 3
0Station 4
0Station 5
0Station 6
0Station 7
0Station 8
0Station 9
0Station 10
0Station 11
0Station 12
0Station 13
0Station 14
0
Aktuelle Bilder der Abtei Mariawald
0
VIII. STATION
Jesus begegnet den weinenden Frauen
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Es macht uns nachdenklich,
wie streng Jesus zu den weinenden Frauen spricht,
die doch ihn begleiten und um ihn klagen.
Wie sollen wir das verstehen?
Spüren wir darin nicht den Tadel
gegen eine bloß sentimentale Frömmigkeit,
die nicht zu Umkehr und gelebtem Glauben wird?
Es reicht nicht,
mit Worten und Gefühlen über die Leiden dieser Welt
zu klagen, während unser Leben doch weitergeht,
wie es immer war.
Deswegen macht uns der Herr
auf die Gefahr aufmerksam,
in der wir selber leben.
Er zeigt uns den Ernst der Sünde
und den Ernst des Gerichts.
Sind wir nicht allzu sehr versucht,
bei allen Worten der Empörung über das Böse
und über das Leid der Unschuldigen
das Geheimnis des Bösen zu verharmlosen?
Lassen wir vom Bild Gottes und Jesus
nicht am Ende doch nur das Sanfte und Liebe stehen,
und haben wir nicht das Gericht im Stillen gestrichen?
Gott kann doch unsere Schwachheit
nicht so tragisch nehmen, denken wir;
wir sind ja nur Menschen.
Aber am Leiden des Sohnes sehen wir,
welchen Ernst die Sünde hat,
wie sie ausgelitten werden muß,
um überwunden zu werden.
Vor der Gestalt des leidenden Herrn
endet die Banalisierung des Bösen.
Auch zu uns sagt er: Weint nicht über mich,
weint über euch …
Denn wenn das am grünen Holz geschieht,
was wird dann erst mit dem dürren werden?

Herr,
du hast zu den weinenden Frauen
von der Buße gesprochen,
von den Tagen des Gerichts,
in denen wir vor deinem Antlitz,
dem Antlitz des Weltenrichters stehen werden.
Du rufst uns heraus aus der Verharmlosung des Bösen,
mit der wir uns selbst beschwichtigen,
um ruhig so weiterleben zu können.
Du zeigst uns den Ernst unserer Verantwortung,
die Gefahr, im Gericht schuldig und fruchtlos
gefunden zu werden.
Hilf uns, daß wir nicht bloß klagend
oder mit Reden neben dir hergehen.
Bekehre uns und gib uns neues Leben,
laß uns nicht am Ende als dürres Holz dastehen,
sondern lebendige Zweige an dir,
dem wahren Weinstock werden und Frucht tragen
für das ewige Leben (vgl. Joh 15,1-10).

Ach das Blut, das er vergossen,
ist für mich dahingeflossen;
laß mich teilen seine Pein.