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X. STATION
Jesus wird seiner Kleider beraubt
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Jesus wird seiner Kleider beraubt.
Das Gewand weist dem Menschen
seine soziale Stellung zu;
es gliedert ihn in die Gesellschaft ein,
macht ihn zu jemand.
Die öffentliche Entblößung bedeutet,
daß Jesus nun nichts mehr ist -
ein Ausgestoßener, der Verachtung preisgegeben.
Der Augenblick der Entblößung erinnert uns auch
an die Ausstoßung aus dem Paradies:
Der Glanz Gottes ist von dem Menschen abgefallen,
nun findet er sich nackt und ausgesetzt,
entblößt und schämt sich.
Jesus nimmt die Situation des gefallenen Menschen
auf diese Weise noch einmal auf.
Der entkleidete Jesus erinnert uns daran,
daß wir alle das „erste Gewand“ ,
den Glanz Gottes verloren haben.
Unter dem Kreuz würfeln die Soldaten dann
um seine armselige Habe, um das Gewand.
Die Evangelisten erzählen dies mit Worten aus dem
Psalm 22,19 und sagen uns damit das,
was Jesus den Jüngern von Emmaus
nach der Auferstehung sagen wird:
All dies ist geschehen „gemäß der Schrift“.
Nichts ist hier bloßer Zufall,
all dieses Geschehen ist eingeborgen im Wort Gottes
und getragen von seinem göttlichen Sinn.
Der Herr durchschreitet
alle Stationen und Stufen
des menschlichen Verlorenseins,
und jede dieser Stufen ist in aller Bitterkeit
ein Schritt der Erlösung:
Er führt gerade so das verlorene Schaf wieder hem.
Erinnern wir uns auch noch daran,
daß uns Johannes als Gegenstand der Verlosung
das Untergewand Jesu nennt,
das von oben her durchgewebt
und ohne Naht war (19,23).
Wir dürfen darin eine Anspielung
auf das Gewand des Hohenpriesters sehen,
das „aus einem einzigen Faden genäht“ war,
ohne Naht (Fl J a III 161).
Er, der Gekreuzigte,
ist in der Tat der wahre Hohepriester.

Herr Jesus,
man hat dich deiner Kleider beraubt,
dich der Schande preisgegeben
und aus der Gesellschaft ausgestoßen.
Du trägst die Schande Adams und heilst sie.
Du trägst das Leiden und die Not der Armen,
die von der Welt ausgestoßen sind.
Aber gerade so erfüllst du das Wort der Propheten.
Gerade so trägst du Sinn in die scheinbare Sinnlosigkeit.
Gerade so läßt du uns erkennen,
daß dein Vater dich und uns und die Welt
in Händen hält.
Schenke uns Ehrfurcht vor dem Menschen
in allen Phasen seiner Existenz und in allen Situationen,
in denen wir ihn treffen.
Schenke uns das Lichtgewand deiner Gnade.

Daß mein Herz von Lieb´ entbrenne,
daß ich nur noch Jesus kenne;
daß ich liebe Gott allein.