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500 Jahre Kirchweihe

500 Jahre Kloster - 100 Jahre Abtei
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Vom 11. – 13 November feierte das Kloster sein Jubiläum – 500 Jahre Kirchweihe - in Mariawald. Vor einem halben Jahrtausend, eben am 11. November 1511, wurden Altar und Ostchor der ersten Kirche des Klosters geweiht, ein besonderer Grund zu Erinnerung und Dank.

Den Segen Gottes hat Mariawald immer wieder erfahren, denn der dreimaligen Auflösung folgte jedes Mal wieder ein Neuanfang, so daß bis heute das Lob Gottes und der Jungfrau Maria nicht verstummt ist.

Drei Tage dauerten die Feierlichkeiten an. Das erste Hochamt am Freitagmorgen war bereits sehr gut besucht. Beim zweiten Festhochamt am Sonntag konnte die Kirche die Gäste aus nah und fern, kaum fassen, ein Zeichen dafür, daß die Existenz des Klosters für viele Menschen bedeutsam ist, und eine Demonstration für den wiedererwachten Geist der Tradition.

So ist hier in der Ursprünglichkeit des in die frühen Jahrhunderte des Christentums zurückreichenden Gottesdienstes die porta caeli, die Pforte des Himmels, in erneuerter Deutlichkeit gegenwärtig. Als nach dem Schlußevangelium, jener Hymne auf den Logos Christus, alle in das Lied einstimmten: „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land.“, so war dies noch einmal das Bekenntnis zur göttlichen Stiftung der Kirche, zum Haus, „aus ewgem Stein erbauet von Gottes Meisterhand“, die Mariawald und seine Mönche 500 Jahre nicht verlassen hat. Die weitere Strophe des Liedes, entstanden während des Kulturkampfes, scheint die aktuelle Situation in höchst verwandter Weise vorwegzunehmen: „Wohl tobet um die Mauern der Sturm in wilder Wut“ – wem fielen da nicht bestimmte Medienkampagnen ein? - , aber auch Zuversicht zu geben, denn „das Haus wird´s überdauern, auf festem Grund es ruht. Gott, wir loben Dich!“

„Nichts darf dem Gottesdienst vorgezogen werden!“, so fordert es die Regel des heiligen Benedikt. Deshalb hatte auch das Jubiläum keine herausragenden Sonderveranstaltungen. Was geschah, war Gottesdienst. Alles weitere, so schön es auch sein mochte, war nur Ergänzung oder Rahmen.

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Am Festtag des 11. November 2011, am Freitag, dem Todestag des Herrn, hatten die Mönche zum Beten des Kreuzwegs eingeladen. Vater Abt, die Brüder Johannes und Wolfgang, gingen zusammen mit der Pilgerschar, darunter auch zahlreiche Mitglieder des Fördervereins von Mariawald, geführt vom Vortragekreuz, durch Wiesen und Wald zur Kirche nach Heimbach zum Gnadenbild.

Unter Glockengeläut zog die Pilgergruppe in die Kirche ein, wo sie vom Hausherrn, HH Pfarrer Doncks, begrüßt wurde. Er bekräftigt jene jahrhundertealte Verbindung von Heimbach und Mariawald durch die ununterbrochene Verehrung des Gnadenbildes, der Pieta. Nach einer kurzen Andacht begann der Kreuzweg, den bekannten Stationen folgend. Bruder Johannes las an den Stationen jeweils Meditationen, die unser Hl. Vater 2005 für Johannes Paul II verfaßt hatte.

Die Texte sprechen auch davon, wie sich die Passion Jesu in unserer Zeit fortsetzt und wie auch wir in diese Passion eingebunden sein können. 500 Jahre Mariawald sind auch 500 Jahre Passion, sei es gezwungenermaßen, sei es durch das Opferleben der getreuen Mönche in der Nachfolge Christi.

Die Dämmerung war schon angebrochen, als die Wallfahrer, nunmehr eine größere Gruppe durch hinzugekommene Teilnehmer aus Heimbach, nach Mariawald zurückkehrten und in der Klosterkirche den Segen von Vater Abt empfingen und der Gottesmutter mit dem Lied „Maria, breit den Mantel aus!“ ihre Ehrerbietung erwiesen.

Zu Zeiten, als Mariawald noch ein Wallfahrtsort war, verbanden die Beter ihren Besuch auch mit einer Beichte. Deshalb war der mittlere Tag des Jubiläums als Beichttag angeboten worden. Zwei Beichtväter waren den ganzen Samstag über bereit, das Sakrament zu spenden. Es mögen 30 oder 40 gewesen sein, über die der Himmel sich an diesem Tag mehr gefreut hat als über viele Gerechte.

Der Sonntag, 13. November, gab nun auch denjenigen Gelegenheit, an einem feierlichen Hochamt teilzunehmen, denen es in der Woche nicht möglich war. Der Organist opferte seine Zeit, um mit seinem Orgelspiel den Gottesdienst zu bereichern, die Schola war bestens vorbereitet, die erwachsenen Meßdiener hatten ihren Dienst eingeübt, wie am Freitag zuvor erklang der Choralgesang zum Lob Gottes, wieder vollzog sich das Mysterium der Wandlung in vollständiger Stille, nur angezeigt vom dreifachen Glockenschlag. Fest den goldenen Stab in der Hand - Zeichen seines Amtes, predigte und segnete Vater Abt.

Diesmal pries das Schlußlied die Gottesmutter, die Patronin von Mariawald, die ja hier sozusagen Hausherrin ist und Eigentümerin von Wald und Weiden: „O Jungfrau ohne Makel, du schöne Himmelsblum, der Gottheit Tabernakel, der Gnade Heiligtum. (…) Auf deine Fürbitt bauen wir Sünder allgemein, auf dich wir fest vertrauen“!

Am Nachmittag gab es in der Kirche eine schlichte Feierstunde. Umrahmt von Orgel und Violine, wurden Texte von Mönchen vorgelesen zunächst aus der Regel des hl. Benedikt über die Demut, dann aus einem Brief des hl. Trappisten Br. Rafael an seine Schwester, in dem er den Blick auf Gott als wichtigste Übung zur Vollkommenheit beschreibt. Und drittens aus einem Text des verstorbenen, von vielen hochgeschätzten Mariawalder Mönchs, Br. Famian.

Die Festtage wurden um 17 Uhr beschlossen mit einer feierlichen Vesper, an deren Ende das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt wurde. Wieder umfing das Geheimnis der Stille die Anwesenden, die hier für kurze Zeit an der in der Trappistenregel angemahnten dauernden Stille teilnehmen konnten.

Es folgten das Tantum ergo, der sakramentale Segen, erteilt durch Christus in der goldenen Monstranz, und das Te Deum, „Großer Gott wir loben Dich!“
Der göttliche Zeremonienmeister der Liturgie an diesen Festtagen hat bis zum Ende ein besonderes Geschenk aufbewahrt. Wer nämlich wollte, konnte, indem er an diesem Kirchweihfest das Te Deum mitsang, gemäß den üblichen Bedingungen einen vollkommenen Ablaß erlangen.

Das Fest bot aber auch Profaneres, eine Ausstellung zur Geschichte von Mariawald, eine neueröffnete kleine Abteilung mit antiquarischen Büchern im Klosterladen und ein blumengeschmücktes Restaurant.

Die Ausstellung, organisiert und betreut vom zweiten Vorsitzenden des Fördervereins und exzellenten Mariawaldkenner, Herrn Norbert Stoffers, empfing den Besucher mit wunderbar leuchtenden Photographien der ehemaligen Kreuzgangfenster. Hergestellt in Kölner Werkstätten um 1525, wurden sie infolge der Wirren der Französischen Revolution demontiert und landeten schließlich (sofern erhalten) in Museen in England und Amerika. Bis zum 26. 2. 2012 ist die Mariawalder Fensterkunst auch im Schnütgen-Museum zu Köln dokumentiert.

Bedürfte es eines Beweises für die Liebe so vieler Menschen zur Gottesmutter und zum Kloster auf dem Kermeter, so würde sie schon allein durch die herrlichen Fenster belegt, die zu stiften vor 500 Jahren offenbar kein Opfer zu hoch war.

Kopien von Gründungs- und Stifter-Urkunden, u. a. eine Bulle des berüchtigten Papstes Alexander VI., erinnern nicht nur an juristische Ordnung, sondern auch daran, daß Gott sich auch unwürdiger Werkzeuge bedienen kann, um Gutes zu wirken. Nicht alle Details der Ausstellung können hier genannt werden, aber besondere Erwähnung verdienen doch zwei vorgeführte Filme, die das Kloster und das Leben der Mönche von Mariawald dokumentiert haben, ein Schwarzweißfilm von 1958, also vor Vat. II, und ein Farbfilm von 1978, also nach Vat. II.

Beide, aber der ältere doch intensiver, vermitteln den trappistischen Geist des in der Stille gottgeweihten Lebens. Der Andrang, gerade diese Filme zu sehen, sprengte die Kapazität des Aufführungsraums immer wieder. Im Film von 1978 ist zu sehen, wie die Mönche aus Ringbüchern und nun in neuen Modi und auf deutsch das Stundengebet singen. Vor ihnen liegen verschlossen die großen alten Bücher. Heute werden in Mariawald wieder die alten Folianten aufgeschlagen, heute wird hier wieder in alter Weise in der Sprache der Kirche gesungen. Um zu hoffen, daß ein Baum Früchte trägt, darf man die Wurzeln nicht kappen.

500 Jahre Mariawald, 500 Jahre Geschichte, 500 Jahre in allen Wechselfällen aula Dei, Residenz Gottes und Heimstatt Mariens.
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