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EIFLIA SACRA
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Ein Bericht über die Geschichte des Klosters Mariawald aus dem 2. Band des Buches "EIFLIA SACRA oder Geschichte der Klöster und geistlichen Stiftungen der Eifel" von Carl Schorn, Bonn 1889.

wiederentdeckt durch Herrn Rolf Jansen, Essen und zur Veröffentlichung vorbereitet durch Herrn Franz-Georg Schaeben, Euskirchen
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Mariawald.
Cistercienser-Mönchskloster.

Q u e l l e n u n d L i t e r a t u r :

Archivalien des Düsseldorfer und Coblenzer Archivs.
Rhein. Annalen XXVII. S. 373-397.
Quix, die Grafen von Hengebach. Aachen 1839.
Aegidius Müller, Gesch. des Herzogthums Jülich, Bd. II
Aschebroich, Gesch. Nideggens und Mariawalds.


Das mitten im schönen Hochwald in der Nähe von Gemünd und Heimbach, Kreis Schleiden, gelegene alte Cistercienser-Mönchskloster Mariawald (Monasterium Nemoris b. M. Virginis) ist im 15. Jahrhundert aus kleinen Anfängen entstanden.
Nach der Erzählung 1) hat diese Entstehung viele Aehnlichkeit mit der von Eberhardsclausen. Heinrich, ein schlichter Handwerker, nämlich Strohdecker oder Fischer aus Heimbach, mit dem Beinamen : Fluitter (Flötenspieler), der öfter nach Cöln reisen muß, sieht dort auf dem Markt bei einem Trödler ein Marienbild, kauft es für 9 Mark unter der Bedingung, diese in Terminen abtragen zu dürfen. Er bringt es nach Heimbach und findet unter seinen Freunden einen gewissen Heinrich Reichard, welcher ihm Geld gibt, damit das Bild im Walde aufgehängt werde. Dies geschieht im Walddistrikt „Außerbloch“ zuerst an einem Baumstamm und bald darauf in einem kleinen Häuschen an einem Kreuzwege. Der fromme Fluitter baut sich eine Hütte daneben, um täglich an dem Bilde seine Andacht verrichten zu können. Die Leute, welche des Weges kamen, thaten das Gleiche und bald fanden sich Sonntags und Feiertags zahlreiche Andächtige ein. Ein daneben angebrachter Opferstock empfing viele Gaben, und Fluitter hoffte damit eine Kapelle erbauen zu können.
Als die Wanderungen zu dem Bild und die dortigen Andachtsverrichtungen immer mehr von sich reden machten, nahmen der Propst zu Nideggen und andere Geistliche sich der Sache an, trafen Anordnungen wegen der Andachten und überließen dem Fluitter die weiteren Opferstocksammlungen. Nach dessen Tode konnten die Einwohner hieraus ein größeres Haus nebst Kapelle bauen. Für die Darreichung von Erfrischungen an die fernkommenden Pilger und zur Wartung der Opferkerzen wurde ein Mann Namens Schilder angestellt und nach dessen Absterben Thomas Sattelmacher von Heimbach 2). Dieser blieb aber nur kurze Zeit im Amt, denn nun nahm die Geistlichkeit die Sache in die Hand.
Johann Daum (Duimgen) von Bürvenich, Pfarrer zu Heimbach, sowie Pfarrer Johann von Hergarten, und Florens, Pfarrer von Vlatten, traten zusammen und beschlossen, statt der bisherigen Kapelle gemeinschaftlich eine Kirche zu bauen. Als die beiden letzten Pfarrer ihrem Gelöbniß untreu wurden und starben, übernahm Daum von Heimbach allein den Bau auf sich und baute 1477 im Carmeter oder Kärmeter Wald auf dem Berge Berscheid aus eigenen Mitteln und aus einigen Beiträgen frommer Leute eine hölzerne Kirche. Unter den Schenkern waren der Herzog Gerhard von Jülich, dessen Frau Sophie Herzogin von Sachsen-Lauenburg und dessen Sohn Adolph mit Beiträgen thätig. Der oben genannte Radermacher erzählt in seiner „Einfältigen Beschreibung“, daß sein Vater noch an dem Bau der hölzernen Kirche gearbeitet. Er erzählt auch von Wundern, die an dem Bilde geschehen 3).
Die Kirche wurde der schmerzhaften Mutter Gottes gewidmet und mit der Stiftung vom Papst Alexander VI. am 23. Januar 1497, und sodann vom Cölner Erzbischof Hermann IV. (Landgrafen von Hessen) am 21. October bestätigt. Pfarrer Daum oder wie er bei Axer heißt „Dominus Joannes de Buervenich“ ließ Franciskaner zur Abhaltung des Gottesdienstes, namentlich an den Festtagen kommen, allein diese wollten sich dem Pfarrer nicht fügen und zogen nach einem Jahr wieder ab. Daum berief nun Geistliche aus dem Cistercienserkloster Bottenbroich, Johann und Gerhard von Cöln, und diese gründeten mit Erlaubniß ihrer geistlichen Obern und des Herzogs Wilhelm von Jülich ein Kloster des Cistercienserordens neben der Kirche. Der genannte Herzog übergab laut Urkunde von 1480 die Capella dicta auf dem Kärmeter „noviter constructam 5)“ dem Cistercienserorden 6) und der Cölnische Generalvicar Heinrich, Bischof von Carmel i. p., weihte am 22. September 1480 7) zwei Altäre in der Kirche und verlieh derselben einen 40tägigen Ablaß. Im Jahre 1487 wurde die „Capella dicta Nemus Mariae“, nachdem die nöthigen Gebäude beschafft waren, von dem Abt Arnold aus Altenberg in ein Monasterium Ord. Cisterc. verwandelt 7), nachdem im Jahre 1483 derselbe Abt bereits beurkundet hatte, daß er die Kapelle, welche dem Orden conferirt und präsentirt worden sei, devotisseme captat, incorporat et unit Priori et Monasterio de Bottenbroich 8).
Das neu gegründete Kloster verpflichtete sich, jährlich der Pfarrei Heimbach eine Mark Silber zu entrichten. Auf Bitten des Pfarrers Daum genehmigte Herzog Wilhelm am 14.Oktober 1489 die Incorporation des Klosters Mariawald mit dem Kloster Bottenbroich. Der Herzog gab sodann dem Kloster Mariawald die Erlaubniß, in seinen Ländern Güter und Renten bis zu einem jährlichen Reinertrag von 200 Rheinischen Gulden zu erwerben 9).
Dem Kloster Mariawald flossen reiche Schenkungen zu, besonders von Seiten der Familie von Berg gen. Blens. Ein aus dieser Familie stammender Geistlicher Namens Junker Conrad vermachte 1486 dem Kloster Mariawald und der Pfarrei Heimbach den Schaumanns Hof bei Hergarten, den er als freies Lehngut besessen hatte. Im Jahre 1491 war das Kloster bereits im Stande, den Baldewinhof bei Berscheid a. d. Roer, resp. Gemünd, vonLudwig von Schleiden, Bürgermeister zu Heimbach, zu kaufen und sich damit vom Herzog von Jülich belehnen zu lassen 11).
Dietrich von Burtscheid, Erbhofmeister von Jülich, Herr zu Clermont, Amtmann zu Heimbach, und seine Ehefrau Adriane von Merode gaben dem Kloster im Jahre 1499 zu vier Anniversarien in der Klosterkirche die H ä l f t e ihrer Renten zu Bürvenich, bestehend in Pfennigsgeldern, Kapaunen und Wein, welche sie von dem Ritter Heinrich von Krauthausen geerbt hatten. Die andere Hälfte dieser Renten erwarb das Kloster durch Kauf 12).
Ein Herr Balduin von Berg genannt Dürfenthal schenkte 1506 die Hälfte des Zehnten vom Hause Dürfenthal bei Enzen, und ein Viertheil desselben Zehnten schenken sodann Gerhard von Berg gent. Blens und seine Gattin, Barbara von Frankenberg, zur Stiftung von vier Anniversarien. Das vierte Viertheil gehörte zur Stiftung des h. Kreuzaltares in der Kirche zu Euskirchen. Im Jahre 1515 17. Oktober erhielt das Kloster vom Herzog von Jülich eine Erbrente von 44 Mltr. Hafer aus der Bannmühle zu Söterich 13). Der oben genannte Gerhard von Berg gnt. von Blens stiftete im December 1518 nach dem Tod seiner Gattin, in Gemeinschaft seines Sohnes Wilhelm und dessen Gattin Eva von Hetzingen am Muttergottesaltar der Klosterkirche eine samstägige Singmesse für sich und seine verstorbenen Verwandten, namentlich Balduin von Berg genannt Blens, Herrn von Großbüllesheim und dessen Sohn Wilhelm. Außerdem stifteten dieselben vier Anniversarien in derselben Kirche und übertrugen dafür dem Convent ihr Erbgut zu Floisdorf bei Berg, gen. das freie Hunynger Gut. Im Jahre 1516 erwirbt der Convent von Thonys, Baldewins Enkel ein Erbgut auf „Schauwetz-Royse“ 14).
Als Gerhard von Berg 1520 starb, wurde er auch in der Klosterkirche beerdigt 15). Später entspann sich ein Streit mit der Familie von Berg, der aber durch Schiedsrichter beigelegt wurde. Auch mit dem Pfarrer von Heimbach entstand Zwist wegen dessen Ansprüchen an die Opfergaben, welche dem Kloster so reichlich zuflossen.
Diese Differenzen fanden ein Ende durch die im Jahre 1521 mit Einwilligung des damaligen Pfarrers Johann von Effern, gen. Hall, erfolgte Incorporation der Pfarrei mit dem Kloster, und zwar gegen eine dem Pfarrer lebenslänglich zu zahlende Pension von 28 rhein. Gulden.
Der Herzog Johann von Cleve und dessen Gattin Maria von Jülich genehmigten die Incorporation und der Papst bestätigte dieselbe 15) am 11. Mai 1520.
Statt der hölzernen Kirche wurde nun eine neue in Stein, nach dem Muster des Cölner Domes, „selbstredend im kleineren Maßstab“ gebaut und angeblich 1523, oder was wahrscheinlicher ist, erst später, vollendet.
Diese Kirche muß prächtig gewesen sein, denn es heißt bei Jongelinus Notit. abb. Ord. Cisterc. II. p. 39: „Silva B. Mar. virginis vulgo Mariawald fundatur ao. Dni. 1480 in Eiflia. Hodie Monasterium pietate et religione commendabile, ejus pulcherrimam ecclesiam primi Monachi d u o d e c i m a l t a r i b u s e t p r a e c l a r i s s i m i
a r t i f i c i i v i t r e i s f e n e s t r i s e r e x e r u n t”. Diese Fenster waren unter dem ersten Prior Johann von Cöllen, 1530-1555, der aus Bottenbroich herübergekommen war, hergestellt 17).
Im Jahre 1514 erwarb das Kloster durch Testament des Pfarrers von Linnich und Boslar, Namens Johann Faßbender aus Froitzheim, einen zwischen diesem Ort und Ginnick gelegenen Weingarten nebst Wohn- und Kelterhaus 18) gegen die Verpflichtung eines Anniversariums und 13 Lesemessen. Eine sonntägliche Frühmesse wurde gestiftet am 7. Juli 1529 durch Gerhard von Mauwell und seine Hausfrau Gertrud von Metternich, durch Schenkung einer Erbrente von 9 Malter Roggen. Auch sollte hierfür alle Freitage auf dem Kreuzaltar vor dem Chore des Klosters U. L. F. „auf dem Walde bei Heimbach“ eine Singmesse gehalten werden 19). In den Jahren 1531 und 1537 belehnt Herzog Johann von Cleve-Jülich-Berg zuerst den Joh. Wilh. Janssoen und im zweitgenannten Jahre einen Leonhard von Kruchten „zum Behuf des Conventes Mariawald“ mit dem Hof zu Nyerssell. Dieser Hof und der früher erwähnte bei Gemünd figurieren sodann während des ganzen 16. Jahrhunderts unter den Lehnsurkunden des Düsseldorfer Archives, und als Lehnbeamte des Herzogs kommen vor ein Rath und Kammermeister von Pallandt, amtmann zu Wassenberg und Dietrich von Holl, Amtmann zu Monheim.
Im Jahre 1600 gab Maria von Rolf zu Vettelhofen 20) dem Kloster die Kapelle zu Blens nebst deren Einkünften, und im Jahre 1601 übergaben Adam von Harf, Herr zu Dreiborn und Hüls und dessen Frau Elisabeth von Binsfeld ihr Erbgut Wallenthal zu Heistert, welches dem Haus Dreiborn Kurmede zu leisten hatte, dem Kloster zur Stiftung einer Wochenmesse und eines Jahrgedächtnisses 21). Zwar hatte der 30jährige Krieg noch nicht begonnen, allein die Kriegsunruhen beim Jülich-Cleve’schen Erbfolgestreit, Plünderungen, dabei Mißwachs und Hagelschlag hatten die Verhältnisse des Klosters so zerrüttet, daß es nicht mehr im Stande war, die nöthige Anzahl von Geistlichen zu unterhalten.
Um demselben aufzuhelfen, incorporirte Herzog Johann Wilhelm von Cleve-Jülich-Berg am 13. März 1603 die Pfarrei Hergarten mit dem Klosterr nebst dessen Einkünften, sodaß dasselbe jetzt also zwei Pfarreien: Heimbach und Hergarten in sich vereinte und den Pfarrdienst durch einen Mönch versehen ließ. Der Herzog behielt sich das Patronatsrecht vor.
Bärsch erzählt Eifl. illustr. III., 2. Abth. I. Abschn. S. 557, daß zu dieser Zeit ein Mönch zu Mariawald Namens Reiner aus Kall von dem Grafen Dietrich VI. von Manderscheid-Schleiden (der sich zur lutherischen Lehre bekannte) überredet worden sei, das lutherische Pfarramt bei ihm zu übernehmen, und seine Haushälterin, eine getaufte Jüdin, zu heirathen.
Reiner habe mit ihr eine Menge Kinder gezeugt und sei so arm geworden, daß er sich als Kohlenbrenner habe ernähren müssen. Später sei derselbe wieder katholisch geworden. Ein Enkel von ihm sei katholischer Pfarrer zu Weismes geworden. Noch jetzt werde in Udenbret ein Garten „der Pfaffen Eidamsgarten“ genannt.
Freiherr Adam von Gymnich, Herr zu Vlatten und seine Frau Maria von Binsfeld stifteten unterm 14. Juni 1605 mehrere Jahresgedächtnisse zu Mariawald und schenkten dafür ihre Ländereien, gen. die Kesselkaul. Der Ruf des Gnadenbildes zu Mariawald war so groß geworden, daß der Kurfürst Erzbischof Ferdinand von Cöln die Erzbruderschaft von der schmerzhaften Mutter dorthin verlegte und ihr die Bruderschaft vom h. Kreuze bei Bonn einverleibte.
Der Pfalzgraf Herzog Wilhelm von Jülich bestätigte dies im KJahre 1606.
Es wurden Stationsbilder errichtet und eine lauretanische Kapelle zu Mariawald erbaut. Ein landesherrliches Patent vom 24. Juli 1614 genehmigte auch die Einrichtung einer mit der Erzbruderschaft verbundenen Unterstützungskasse für Pilger und arme Studenten, und ernannte den Dechant zu Zülpich und den Prior zu Mariawald zu Provisoren 23).
Im Jahre 1639 wurde in der Klosterkirche eine Bruderschaft zu Ehren der sieben Schmerzen Marias errichtet. Der Landesfürst war Präfekt der Bruderschaft und Papst Clemens X. verlieh derselben einen Ablaß.
Durch Erlaß vom 20. September 1636 fordert Herzog Wolfgang Wilhelm die im Umkreis von drei Meilen um das Kloster Mariawald wohnenden Geistlichen auf, die dorthin verlegte und mit der Kreuzbruderschaft zu Bonn vereinigte Marienbruderschaft durch erneute Regel, Ordnung und Wahl eines Vorstandes zu reconstituiren. Dieser Erlaß wird 1671 durch Herzog Philipp Wilhelm wiederholt 24).

Durch Urkunde vom 27. Mai 1696 übernimmt des letzteren Sohn, der Kurfürst und Pfalzgraf Johann Wilhelm 25) die Oberpräfektur der Marienbruderschaft und am 28. März 1699 belehnt Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg auf Bitten des Convents den Norbert Schuirken, Bürger zu Gennep, mit dem oftgenannten Hof zu Nierssel im Amt Gennep 26). Diese Belehnung wird vom König Friedrich Wilhelm I. von Preußen im Jahre 1713 wiederholt 27).
Zu Anfang des 18. Jahrhunderts (1710) kauft der Convent von den Eheleuten Hartzem und Johann Hartzem Antheile eines Hofes zu Berwincken für 340 köln. Thaler 28).
Im Jahre 1715 wurde das Innere der Klosterkirche wieder hergestellt.
Im Jahre 1717 erneuert Kurfürst und Pfalzgraf Karl Philipp die Belehnung des Balduinhofes bei Gemünd zum Vortheil von Mariawald, und Kurfürst Karl Theodor wiederholt dies im Jahre 1744 und später im Jahre 1769. Der Convent erwirbt im Jahre 1734 Ländereien, gen. der Grünwitz am Wildenhof von den Eheleuten Färber und im Jahr 1738 von den Eheleuten Kattenbach und Cons. einen Weingarten bei Heimbach 29).
Die vorletzte der im Staatsarchiv zu Düsseldorf über Mariawald enthaltene Urkunden ist eine solche von König Friedrich II. von Preußen vom 28. Februar 1774, worin er einen Ignatius Schürkens als Vertreter des Convents Mariawald mit dem Hofe zu Nierssel im Amte Gennep belehnt 30).

Besitzungen
Die Besitzungen des Klosters waren im Vergleich mit anderen Klöstern sehr gering und bestanden nur in sieben benachbarten Weingärten bei Heimbach, einer Mühle zu Sötenich und einigen Wiesen. Außerdem besaß es einen Hof zu Bürvenich, von dem es jährlich ½ Mltr. Roggen an das Haus Lanzendorf bei Sinzenich im Kreise Euskirchen entrichtete. 31).
Nach der französischen Besitznahme wurde auch das Kloster Mariawald aufgelöst und am 20. April 1795 das Vermögen desselben inventarisirt. Es waren damals acht Mitglieder darin, deren letztes1802 auszog. Die Bibliothek enthielt gegen 1000 Bände, worunter manche von Werth. Die Grundstücke wurden wie zu Anfang dieses Jahrhunderts üblich zu Schleuderpreisen versteigert.
Die Kirche mit ihren reichen Altären, mit acht Gemälden und prächtigen Glasmalereien wurde ihrem Dchicksale überlassen und wie sich leicht erklären läßt, als herrenlos ausgeplündert. Dieselbe zerfiel und wurde Ruine. Die Klostergebäude dienten als Hof, der zur Gemeinde Heimbach gehörte.
Das Gnadenbild ist nach dem nahen Heimbach gekommen und hat in dem dort in der Kirche befindlichen schönen Schnitzaltare nach Entfernung von dessen Mittelreliefbild eine nicht eben passende Stelle gefunden. Es wurde nach Aufhebung des Klosters Mariawald in feierlicher Procession von dort nach Heimbach gebracht 32).
Der erste Ansteigerer des ganzen Klostercomplexes war ein Herr Günther und zwar soll das Ganze mit Ländereien aber ohne Mühle für 2300 Rthlr. angesteigert sein. Die sämmtlichen Realitäten gingen in eine zweite Hand (Stichler aus Hausen) über und dieser demolirte die Kirche bis auf die Außenmauern, um Baumaterial zu gewinnen. Später kamen die Gebäulichkeiten mit dem Areal in die Hände des Notars Stoppenbach aus Cöln, sodann in die eines Herrn Monheim. Von diesem kaufte demnächst der Abt des Trappistenklosters Oliven- oder Oelberg im Elsaß Namens van der Meulen den ganzen Besitz mit 270 Morgen Land für 14,000 Thlr. Um Pfingsten 1861 kamen drei Patres vom genannten Oelberg nach Mariawald und wurde von diesen sodann mit fünf Laienbrüdern die Restaiuration der Kirche und die Wiedereinrichtung des Klosters besorgt.
Im Jahre 1875 wurde das Kloster aufgehoben; die damals in Zahl von wenigstens 40 vorhandenen Ordensmitglieder, unter denen ungeführ sechs Priester, acht Chorherrn und die übrige Zahl Laienbrüder waren, zerstreuten sich in das Ausland, namentlich die Niederlande.
Das Kloster ist im Eigenthum des Trappistenklosters Oelberg fortwährend geblieben und in der Zwischenzeit bis zu der im Oktober 1887 erfolgten Rückkehr der Trappisten von Laienbrüdern verwaltet worden. Die ehemaligen Klosterräume sind völlig, die Kirche aber nur an Gewölben, Dachwerk und Fenstern mit spätgothischem Maßwerke restaurirt. Die Kirche ist eine einschiffige Basilika mit Nischen für besondere Altäre. Das Kloster wird einstweilen unter einen Prior unter dem Abt des Olivenberges stehen.
Der Orden der Trappisten hat seinen Namen von der französischen Cistercienserabtei la Trapp in Perche. Diese hatte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen C o m m a n d a n t u r a b t Armand Jean le Bouthillier de Rancé und war der damaligen Zeit entsprechend gleich dem genannten Abt in Zügellosigkeit und Sittenverfall gerathen. De Rancé verließ sein bisheriges Treiben, zog sich als Abt in dieses Kloster la Trappe zurück und reformirte dasselbe durch Vorschrift der strengstens Ascese im Sinne der ersten Eremitenmönche. Er starb am 12. Okt. 1700 und sah schon bei Lebzeiten seine strenge Regel in vielen Klöstern verbreitet.
Die wichtigsten Satzungen der Trappisten sind: im Winter um 7 Uhr, im Sommer um 8 Uhr zu Bett, Nachts 2 bis 2 ½ Uhr zur Mette, sondann zur Ruhe bis zur Prime um 5 ½ Uhr und darnach in das Capitel. Um 7 Uhr gehen Priester und Laienbrüder an ihre Feld-, Haus- und sonstigen Arbeiten, und um 8 1/2 Uhr beginnt das Officium, und sodann die Tertia, Sexyta, Nona ?c. bis zum gemeinsamen Mittagessen im Refektorium.
Die Mahlzeiten bestehen nur aus Vegetabilien, im Sommer mit Oel oder Fett, im Winter, wann die lange Fastenzeit beginnt, nur mit Wasser gekocht.
Zum Frühstück und Abend soll strenge genommen nur Wasser und Brod gegeben werden. In Mariawald wird das Wasser durch selbstgebrautes gutes Bier ersetzt.
Das Ordenskleid ist für die Priester und Chorherrn weiß, aus reiner weißer Naturwolle selbstgezogener Schafe, und darüber schwarzes Scapulier. Die Laienbrüder tragen braune Kutten.
Der Kopf wird bei den Priestern bis auf einen Haarkranz, bei den Laienbrüdern völlig geschoren.
Sie schlafen in ihren Ordenskleidern, sämmtlich in dicht aneinander gezimmerten engen und offenen Zellen auf einer dünnen Strohmatraze mit Strohkissen, sie beginnen ihre Frühandachten bereits um Mitternacht. Nur der Prior hat ein besonderes Zimmer und nur dieser ist von dem allen Uebrigen nach Möglichkeit auferlegten Stillschweigen befreit.
Auf einem kleinen schmucklosen Kirchhofe werden die Verstorbenen ohne Sarg und nur mit den Ordenskleidern angethan der Erde übergeben und durch ihren vorgeschriebenen Gruß „Memento mori“ werden sie fortwährend an diese Ruhestätte erinnert.
Die oben erwähnten Glasfenster der Kirche hatten nicht bloß künstlerischen, sondern auch historischen Werth, denn sie waren sämmtlich von Wohlthätern gestiftet und trugen die Namen, zum Theil auch die Wappen derselben. Diese Inschriften sind von einem früheren Pfarrer Bonn in Lammersdorf, Kreis Montjoie, in einem Werk: „Solii Jacobi analecta sive Collectanea antiquitatum“ von 1639 verzeichnet 33).
Das erste Fenster hatte die Inschrift des Stifters: Generosus Dms. Henricus de Binsfeld, Abbas imperialis Monasterii S. Cornelii.
Das zweite: Werner Herr zu Binsfeld et Wiler, Amtmann zu Nideggen und Schönforst und Agneta von Nesselraid, seine Hausfr. 1522.
Das dritte: Rabold von Plettenberg der Alte, Herr zu Landscron und Drimborn, Margaretha von Einenberg, Frau zu Landscron und Drimborn, obiit ao. 1540.
Rabold von Plettenberg der Jungher zu Drimborn und Landscron. Maria von der Dunk, Fraw.
Das vierte: Wilhelm von Berg genannt Blensz und Eva von Hetzingen. 1522.
Das fünfte: Wilhelm von Gottes Gnaden Herzog zu Gülich und zu dem Berg, Grave zu Rauensberg, Herr zu Heinszberg und Lewenberg. 1505. Sibille von Gottes Gnaden Herzogin zu Gülich und Berg, Grevinn zu Rauensberg, Fraw zu Heinszberg und Lewenberg. 1505.
Maria, Tochter Herrn und Frawen , Vatter und Mutter furschreiffen, Hertzogin zu Gülich, zu dem Berg, Jonge Greuinne zu Rauensberg, Jonge Fraw zu Heinszberg und Lewenberg. 1505.
Das sechste: Philipp Graw zu Waldeck, Stadhalder der Grafschaft Rauensberg. 1505.
Das siebente: Dietrich Graw zu Manderscheid und Blankenheim, Herr zu Schleiden, Croneberg und Newerburg. 1506.
Das achte: Venerabilis in Christo Pater Dominus de Binsfeld abbas imperialis Indani monasterii S. Cornelii fecit fieri hanc fenestram. 1506.
Das neunte: Junker Wilhelm von Plettenberg, Amptmann zu Heimbach, und Barbara von Merode, Tochter zu Bornheim, seine Haussfraw.
Das zehnte: Junkher Gerhard von Berg genannt von Blenss und Barbara von Frankenhoven, seine Haussfraw und Junkher Dame von Berg, Maria von Berg, Tochter von Blenss, seine Haussfrau, 1514.
Das elfte: Diederich von Bordscheid, Erbhoffmeister des Landts von Gülich, Herr zu Clermont, Jongfraw Adriana von Hermesbach, Erbhoffmeisterin, Fraw zu Clermond, seine Haussfraw. 1515. 34).
Das zwölfte: Junkher Cuno von Vlatten, Erbschenk des Landts von Gülich und Jungfrawe Anna von Vilberg, Erbschenking. 1515.
Das dreizehnte: Junkher Gerhard von Vlodorf, Erbvogt zu Ruremunde, Jungfraw Leissbet von Stamheim, seine Haussfraw.
Das vierzehnte: Junkher Dame von Weuorden, Herr zu Droue und Catharina Hase, seine Haussfraw. 1516.
Das fünfzehnte: Johann Graue zu Salm, Herr zu Reifferscheidt-Dick und Anna Grauinn zu Salm.
Das sechszehnte: Johann von Gottes Gnaden ältester Sohn zu Cleve, Hertzog zu Gülich und Grave zu der Mark, Rauensberg und Katzenelnbogen. 1513.
Reihe der Prioren, wie solche in den Akten des Archivs zu Coblenz verzeichnet sind:
1) Johann von Cöln, 1481, † 1514 (?) 35).
2) Hubert von Schleiden, 1520 (?).
3) Christian Heldenich, 1528 (?).
4) Thomas Heep von Montjoie, 1546-1573, kommt vor in einer Urkunde des Düsseldorfer Archivs vom 20. Februar 1546.
5) Heinrich Curt von Bürvenich, † 1600, kommt vor in Urkunden des Düsseldorfer Archivs von 1585 und 1594.
6) Peter Marian von Zülpich (Tulpetensis), † 1630, kommt vor in einer Urkunde von 1602.
7) Bertram Pollen von Cöln, † 1667.
8) Wilhelm Brewer.
9) Heinrich Nicolai von Cöln, kommt vor in einer Urkunde des Düsseldorfer Archivs vom 24. Mai 1695, Nr. 56.
10) Wilhelm Schweiß von Glehn.
11) Heinrich Mawell oder Mawall.
12) Benedict Knips, 1729.I
13) Stephan Plusquin von Cöln, 1736.
14) Johann Conradts.
15) Edmund Palen, 1781-1794 36)
Laut der in den Rhein. Annalen XXVII. S. 373 bis 395 veröffentlichten Chronik des Priors Axer im Kloster Bottenbroich (1643 erwählt) und zwar speziell des ibid. S. 386 abgedruckten Verzeichnisses war der erste provisorische Prior des neugegründeten Klosters in praedicta capella auf dem Kärmeter, d. h. also in Mariawald, ein Frater Joohannes Roen de Hoch aus Bottenbroich „ad praetactam Capellam transmissus, ibidem ad tempus pro Priore fuit deputatus, obiit in senectute bona 1530“. Nach ihm, so sagt Axer, sei der Johannes de Colonia zum Prior erwählt primus Prior canonice ibidem (d. h. in capella auf dem Kärmeter) und dieser habe nach der Aufrichtung vieler Gebäude und nach Abbruch der hölzernen Capelle die früher von uns und auch von Jongelius erwähnte pulcherrimam et splendissimam ecclesiam mit Hülfe der Brüder und der Almosen der Gläubigen gebaut. Hiermit stimmt also die oben den Archivalien des Cobl. Archivs entnommene Angabe, daß die Kirche bereits 1523 vollendet worden, nicht überein.
Axer erwähnt, daß dieser Johannes de Colonia nach einer Regierung von 25 ½ Jahren, also 1555 oder 1556 im 64. Lebensjahre gestorben sei. Wenn diese Angaben richtig sind, so müssen die oben unter 2 und 3 aufgeführten Prioren wegfallen. Da die Notizen des Dr. Bärsch im Coblenzer Archiv, worauf jene Angaben beruhen, eben so wenig wie bei Duix ihre Quellen angeben, so kann hier nicht entschieden werden, welche Reihenfolge der Prioren die richtige ist. Axer erwähnt auch mehrere namhafte Klostergeistliche aus der ersten Gründungszeit des Klosters Mariawald, nämlich Johannes von Weerth, welcher 25 Jahre lang das Amt des Subpriors verwaltet, sodann die fratres saccerdotes:
Gerhard von Arsenich,
Johannes von Huitz;
Ferner als laici oder donati:
Johannes von Neev,
Heinrich von Ugen, welcher 30 Jahre lang Kirchenmeister war,
Hermann von Deesberg, Bäcker und Brauer (Pistor et braxator),
Marcellus von Weerth, Söllermeister und Stadtaufseher (pecorum cura), welcher sich durch Frömmigkeit ausgezeichnet, endlich
Wilhelm von Weerth.
Alle diese hatten mit Consens des Herzogs Wilhelm von Jülich und zu Ehren Gottes mit eigenen Händen die Wälder und Büsche um die Kapelle herum ausgerottet und urbar gemacht und mit Hülfe des Allmächtigen das Kloster gegründet.
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1) Kurze einfältige Beschreibung des miraculosen Bildniß der schmerzhaften Mutter Maria, geschrieben 1523 von Michael Rademacher, Landvogt zu Nideggen. Vgl. Rhein. Annalen XXVII. S. 395.
2) Rhein. Annalen I c. S. 396.
3) Rhein. Annalen XXVII. S. 395 u. 397 in Mittheilungen des Pfarrers Grubenbecher „Zur Geschichte der Cistercienserklöster Bottenbroich und Mariawald.“
4.) Siehe Bulle und Urkunde bei Quix „die Grafen von Hengebach“ S. 50-53.
5.) Jongelii Notitiae Abbat. Ord. Cisterc. Lib. II S. 38 und 39.,
6.) Rhein. Annalen XXVII. S. 384.
7.) Urkunde bei Quix, die Grafen von Hengebach, S. 47. Das Kloster wurde von Quadersteinen, wovon in der Umgegend großer Vorrath war, gebaut.
8.) Rhein. Annalen XXVII. S. 384.
9.) ebendas. S. 380-382, vgl. oben Bottenbroich, Bd. I. S. 308.
10.)Quix, die Grafen von Hengebach, S. 47 mit Urk.
11.) Quix I. c. S. 25. Originalurk. Im Staatsarchiv zu Düsseldorf Nr. 8
12) Broix, Erinnerungen an Zülpich, S. 208. Orig.-Urk. Im Düsseldorfer Staatsarchiv Nr. 17
13) ibid.
14) Beide Orig.-Urk. im Düsseldorfer Staatsarchiv Nr. 18 u. 19.
15) Quix I. c S. 32 und Fahne, Gesch. der Cöln. Geschlechter I.
S. 26. Ueber die vielen Grabstätten adliger Familien in der Kirche zu Bottenbroich, namentlich der Territorialherren von Hemmersbach, siehe oben Bd. I S. 312.
16)Quix I. c. S. 33 mit den Urkunden Nr. 8 u. 9.
17) Rhein. Annalen XXVII. S. 374.
18) Es wurde damals in der Eifel mehrfach Wein gebaut.
19) Quix I. c. S. 35.
20) Maria von Rolf war, wie Bärsch angibt, die Witwe des Joh. Otto von Gertzen, gen. Sinzenich, Herr zu Sommersberg. Nach dem Tode der Maria Raitz von Frentz, Witwe des Bertram von Rolf, hatte Maria von Rolf Blens und Vettelhofen geerbt.
21) Orig.-Urk. Im Archiv Düsseldorf Nr. 39.
22) Duix, I. c. S. 37, Orig. Düsseldorf Nr. 41.
23) Rhein. Annbalen I. c. S. 377 und 393-395.
24) Orig. im Düsseldorfer Archiv Nr.47 u. 50.
25) Dessen Statue steht auf dem Marktplatz zu Düsseldorf.
26) Da Gennep im Clevischen lag, so war nach Beendigung des bekannten Successionsstreites Brandenburg Lehnsherr geworden.
27) Urk. Im Archiv Düsseldorf Nr. 62
28) ebendas.
29) Sämmtliche Urkunden im Düsseldorfer Archiv Nr. 63. 65. 68. 69.
30.) Urk. Im Düsseldorfer Archiv Nr. 70.
31) Das Rittergut Lanzendorf gehörte dem Freiherrn v. Wachtendonk, sodann denen v. Harff und zuletzt den Freiherrn v. Mirbach, siehe Eiflia illustr. III. 1, 1, S. 227.
32) Mittheilungen des Hr. Pfarrers zu Heimbach.
33) Archiv zu Coblenz. S c h o r n Eiflia sacra. II.
34) Nach Angabe von Broix I. c. hieß sie Adriane von Merode und gehörte ihr vielleicht Hermesbach. Unter der Unterschrift war das Wappen der Scheiffart von Merode.
35) Laut Axer, Rhein. Annalen XXVII. S. 374, wurde dieser Prior Joh. V. Cöln erst 1530 gewählt und starb nach 25jähriger Amtsführung.
36) Siehe auch Quix I. c. S. 44.
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